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Norddeutschland Geflügelpest wütet in der Natur weiter
Nachrichten Norddeutschland Geflügelpest wütet in der Natur weiter
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20:21 01.12.2016
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Kiel

In Schleswig-Holstein und deutschlandweit ist nicht mit einem schnellen Ende der Vogelgrippe-Epidemie zu rechnen. Davon geht Professor Thomas Mettenleiter, Leiter des Friedrich-Löffler-Instituts für Tiergesundheit, aus. Gestern war der Wissenschaftler und Chef des Bundesinstituts in Kiel zu Gast.

13 Bundesländer seien mittlerweile von der Vogelgrippe betroffen, nur das Saarland, Thüringen und Rheinland-Pfalz nicht, berichtete Mettenleiter. Es sei daher richtig, für Tierhalter Schutzmaßnahmen vorzuschreiben: die Stallpflicht für Geflügel, strenge Hygienevorschriften und die Pflicht zur Tötung ganzer Tierbestände, wenn nur ein Tier den Grippevirus, auch in seiner nur schwach krankmachenden Form, in sich trägt. Dagegen hatten zuletzt Tierschützer protestiert. Man habe bei vergangenen Epidemien zum Beispiel in Niedersachsen erlebt, wie die schwach krankmachenden Viren plötzlich zu hochpathogenen mutierten.

Auch Kiels Grünen-Umweltminister Robert Habeck hatte strenge Schutzmaßnahmen angeordnet. Dadurch sei es insgesamt gelungen, die Zahl der Ausbrüche der hochpathogenen Vogelgrippe in Tierhaltungen bundesweit auf bislang 16 zu begrenzen, darunter nur zwei große Geflügelbetriebe und vier Tierparks. Das spreche auch gegen die These von Kritikern, dass das Virus innerhalb der Massentierhaltungs-Kette weiterverbreitet werde. In der freien Natur hingegen wütet das Virus weiter. Im Norden fielen ihm sogar schon zwei Seeadler zum Opfer. Ein dritter tot aufgefundener Adler wird noch untersucht. Eine Gefahr für den Gesamtbestand des geschützten Tieres bestehe aber nicht, so Habeck.

Eine Impfung der Nutzgeflügelbestände gegen Grippe lehnt Mettenleiter ab. Auch geimpfte Tiere könnten sich infizieren und das Virus weiterverbreiten, würden nur keine Symptome mehr zeigen. Und damit verlöre man dann jeden Überblick darüber, ob und wo sich das Virus gerade ausbreite.wh

LN

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