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Norddeutschland Gema-Tarifreform: Aufschub bis 2014
Nachrichten Norddeutschland Gema-Tarifreform: Aufschub bis 2014
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13:38 21.12.2012
Musik in der Disco gibt es 2013 noch annähernd zu alten Tarifen. Quelle: dpa
Lübeck

Discotheken und Musikveranstalter im Norden bekommen ein Jahr Gnadenfrist. Die umstrittene Tarifreform der Musikrechte-Verwertungsgesellschaft Gema, die für manche Betriebe Gebührenerhöhungen um bis zu 1000 Prozent mit sich bringen würde, ist auf 2014 verschoben. Veranstalter nehmen den Kompromiss mit Erleichterung zur Kenntnis. Viele hatten um ihre Existenz gefürchtet.

Die alte Tarifstruktur der Gema bleibt 2013 zunächst größtenteils bestehen. Damit hätten beide Tarifpartner für das kommende Jahr Planungssicherheit, teilten der Musikrechteverwerter und die Bundesvereinigung der Musikveranstalter (BVMV) gestern mit. Gema-Vorstandsmitglied Georg Oeller sprach von einer „zufriedenstellenden Lösung“.

Die neue Übergangslösung sehe vor, dass die meisten Tarife für Musik-Veranstaltungen mit Ausnahme von Konzerten von Jahresbeginn an um fünf Prozent teurer würden, erläuterte er. Der Tarif für Clubs und Discos wird von April 2013 an um weitere zehn Prozent erhöht. Der BVMV-Vorsitzende Ernst Fischer sagte: „Mit dieser Lösung ist zumindest für 2013 die Zeit der existenziellen Ängste vieler Veranstalter beendet.“ Viele vor allem größere Clubs warnen in dem Streit vor einer großen Kostensteigerung für die künftige Musiknutzung. Die Gema hatte dagegen darauf verwiesen, dass es mit der Reform für rund 40 Prozent der Veranstalter teurer werde, gerade die kleineren Clubs aber deutlich weniger bezahlen müssten.

Peter Bartsch, Landesvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) sprach gegenüber den LN von einer „freudigen Weihnachtsüberraschung“. Denn so werde zumindest für das kommende Jahr Planungssicherheit geschaffen. „Viele Berufskollegen haben überlegt, Musikveranstaltungen abzublasen, weil sie hohe Gebührenforderungen der Gema fürchteten“, sagt Bartsch. Der Dehoga werde das Jahr 2013 aber weiter dafür nutzen, gegen die „inakzeptable Tarifreform“ vorzugehen, notfalls auch juristisch. Entsprechende Rücklagen für den Rechtsstreit habe der Dehoga bereits gebildet.

Holger Pfister von der Geschäftsführung des A1-Musikparks in Lübeck äußerte sich ähnlich zufrieden: „Es ist ein riesiger Erfolg für uns ist und wir können zumindest für ein weiteres Jahr planen und vernünftig weiter arbeiten“. Jetzt liege die Hoffnung darin, dass sich auch über 2013 hinaus eine vernünftige Einigung mit der Gema erzielen lasse.

„Mit fünf Prozent Erhöhung können wir gut leben, solange das Geld dann auch bei den Künstlern ankommt“, kommentiert der Eventmanager Rolf Niehuesbernd aus Bad Schwartau. Es sei eine Erleichterung, dass für 2013 jetzt sichere Kalkulationen möglich seien. Der Widerstand gegen die Reform müsse aber dennoch weitergehen.

Oliver Vogt

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