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Norddeutschland Geplantes Autobahnkreuz kann noch nicht gebaut werden
Nachrichten Norddeutschland Geplantes Autobahnkreuz kann noch nicht gebaut werden
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20:10 23.01.2018
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Bad Bramstedt/Kiel

Das Kieler Verkehrsministerium hatte es sich so schön vorgestellt. Wenn die A 7 von Bordesholm bis Hamburg sowieso bis Ende 2018 aufgerissen, verbreitert und komplett saniert wird, könnte man das neue Autobahnkreuz ja gleich schon einmal mit bauen. Selbst die Umweltschutzverbände stimmten zu, obwohl über den endgültigen Verlauf weiter Stücke der Trasse zwischen Bad Segeberg und Bad Bramstedt nach mehreren Klagen erst noch das Verwaltungsgericht in Leipzig urteilen muss. Die Zustimmung der Verbände hatte einen guten Grund: Der neue FDP-Verkehrsminister Bernd Buchholz hatte ihnen gleich im Sommer zugesagt, dann auch sofort schon mal alle Ausgleichsmaßnahmen für den Naturschutz zu schaffen, ein neues Gewässer für den Teichmoorfrosch etwa, gleich neben dem neuen Autobahnkreuz.

Pustekuchen. Die Besitzer und Verpächter eines Feldes an der A 7, auf dem einer der neuen Brückenpfeiler des Autobahnkreuzes stehen soll, entschieden sich kurz vor Ablauf der Frist ebenfalls noch für eine Klage, heißt es aus dem Ministerium. Ihr Anwalt habe einen sofortigen Baustopp beantragt. Nun soll erst einmal nur ein Brückenpfeiler in der Mitte der A-7-Fahrbahnen mitgebaut werden.

Bei der Deges, der Planungsgesellschaft des Bundes und der Länder, die gerade die weitere Planung und den Bau der A 20 vom Land übernimmt, verwies man gestern darauf, dass man sich erst noch in die Details einarbeite. Nur so viel: Es sei grundsätzlich nicht davon auszugehen, dass der spätere Bau des Autobahnkreuzes die Fertigstellung der gesamten Autobahn oder dieses Abschnitts verzögere.

Klar sei: Wenn die Leipziger Richter in vielleicht ein oder zwei Jahren ein Urteil fällen und die Pläne für den Autobahnbau auf diesem Teilstück endgültig absegnen, könnten sich Grundstückseigentümer nicht mehr gegen die Bebauung wehren. Dann werde definitiv über einen Grundstücksverkauf gesprochen oder notfalls enteignet.

Die Autofahrer auf der A 7, die Berufspendler nach Hamburg zumal, werden hingegen auf jeden Fall Leidtragende sein. Sie werden sich während des späteren Baus des Autobahnkreuzes absehbar noch einmal monatelang durch eine Baustelle zwängen müssen. Wie gefährlich das Fahren auf so einer Strecke sein kann, wurde erst jüngst auf der Jahrespressekonferenz der Deges und der Verkehrsministerien Hamburgs und Kiels zum A-7-Ausbau deutlich. So sei die Zahl der Unfälle auf dem Abschnitt mit den Baustellen 2017 stark gestiegen, von 740 auf 1030.

Von Wolfram Hammer

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