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Norddeutschland Geschenkt: Land hat noch 900 Wohncontainer abzugeben
Nachrichten Norddeutschland Geschenkt: Land hat noch 900 Wohncontainer abzugeben
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11:13 12.06.2017
Weil ihre Aufbewahrung genauso wie eine spätere Verschrottung Geld kostet, werden die Container seit Monaten an gemeinnützige Einrichtungen, Sportvereine und Feuerwehren verschenkt. Quelle: dpa
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Kiel

Lieber würde das Land die Container verkaufen. Doch das ist nach Angaben des Kieler Finanzministeriums bislang in gerade mal 22 Fällen gelungen. Große Einnahmen erzielt das Land dabei ohnehin nicht, die Marktpreise für Wohncontainer sind im Keller.

Derzeit ist die landeseigene Gebäudemanagement Schleswig- Holstein (GMSH), der die Vermittlung von 1700 Containern übertragen wurde, im Internet auf den Seiten der bundeseigenen Veräußerungsgesellschaft VEBEG unterwegs. Die GMSH kundschaftet aus, welche Preise sich am Markt für unterschiedliche Größen von Wohncontainern überhaupt erzielen lassen. Das geschehe vor dem Hintergrund eines „sorgsamen Umgangs mit Steuergeldern“, erklärte GMSH-Sprecherin Stephanie Bäuchler. Die bisherigen Verkaufspreise lägen weit unterhalb der damaligen Einkaufspreise. „Das ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass an vielen Stellen in Europa Überbestände vorhanden sind.“
In seiner Not hatte Schleswig- Holstein auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise vor gut anderthalb Jahren 5000 Behelfswohnungen gekauft und zusätzlich 4600 angemietet, dafür insgesamt knapp 100 Millionen Euro berappt. Aktuell bietet das Land bei der VEBEG 40 Container zur Versteigerung an, 810 sind bereits verschenkt.

Die meisten der Container aber werden kostenlos abgegeben, weil die Instandhaltung der Bestände an den Standorten Boostedt, Seeth und Leck mit der Zeit ins Geld geht, vor allem eine Verschrottung ein größeres Minus in den Etat reißen würde. Obendrein will der Bund künftig Miete für seine Flächen. Ein Großteil der angeschafften Metallbehausungen wird dennoch als eiserne Reserve zurückgehalten – für den Fall, dass sich die politische Großwetterlage ändert.

Anfragen von Interessenten liegen laut Finanzministerium in mehr als ausreichender Zahl vor. Bis die Container bei ihrem neuen Besitzer ankommen, kann es dennoch dauern. Das Innenministerium gebe sie bei Entbehrlichkeit in verschiedenen Tranchen frei, erläuterte Finanzsprecher Sven Hashagen. Die Anträge würden von einer kleinen GMSH-Crew nach Eingangsdatum sukzessive abgearbeitet. Ausnahmen seien akute Notfälle von Antragstellern, etwa ein abgebranntes Gerätehaus.

Wer einen Container haben möchte, muss bereit sein, die Kosten für den Transport zu übernehmen und auf die Herstellergarantie zu verzichten. Auch um eine möglicherweise notwendige Baugenehmigung muss sich der neue Besitzer selber kümmern. Curd Tönnemann

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