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Norddeutschland Gestoppt auf dem Weg zum IS
Nachrichten Norddeutschland Gestoppt auf dem Weg zum IS
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22:08 16.10.2017
Zum Prozessauftakt gegen die sechs mutmaßlichen Salafisten saßen mehrere junge Männer und einige vollverschleierte Frauen im Zuschauerraum. Kurz danach wurde die Öffentlichkeit vorerst ausgeschlossen – im Interesse der jugendlichen Angeklagten. Quelle: Charisius/dpa
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Hamburg

Die übrigen vier leben in Hamburg und Niedersachsen. Sie wollten sich in Syrien zu IS-Kämpfern ausbilden lassen und Gewalttaten für die Terrormiliz begehen – davon ist die Staatsanwaltschaft beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Hamburg überzeugt. Die jungen Männer im Alter zwischen 17 und 26 Jahren hätten sich mit dem Zug auf die Reise gemacht, um am bewaffneten Heiligen Krieg teilzunehmen, sagte der Vertreter der Anklage gestern. Die Männer fielen jedoch bei Grenzkontrollen auf. Alle haben die deutsche Staatsangehörigkeit.

Die Verteidiger beantragten kurz nach Prozess-Start den Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Gericht stimmte zu. Die Zuschauer, darunter viele junge Männer und einige vollverschleierte Frauen, mussten den Saal verlassen. Erst zum Urteil, eventuell schon zu den Plädoyers, werde die Öffentlichkeit wieder zugelassen, erklärte die Vorsitzende Richterin. Das sei im Interesse der Jugendlichen und Heranwachsenden geboten. Es bestehe die Gefahr, dass die Angeklagten bloßgestellt werden, wenn ihre familiäre und persönliche Entwicklung erörtert werde.

Die Richterin befürchtete auch negative Auswirkungen, wenn während der Aussagen der Angeklagten Vertreter der islamistischen Szene anwesend seien.

Laut Staatsanwaltschaft hatten sich die Männer 2015 einer extremen Strömung innerhalb des Islams zugewandt. Im April 2017 hätten sie nach Syrien reisen wollen, um beim Islamischen Staat den Umgang mit Waffen und Sprengstoff zu lernen. Diese Erfahrungen hätten sie nutzen wollen, um auch außerhalb Syriens staatsgefährdende Gewalttaten für den IS begehen zu können. Um eine konkrete Anschlagsplanung gehe es aber nicht.

Die Männer kamen nicht weit und sitzen nun in Untersuchungshaft. Vier der Angeklagten müssen sich zudem wegen ihres Verhaltens bei einer Polizeikontrolle im März dieses Jahres verantworten. Sie sollen sich geweigert haben, ihre Ausweise zu zeigen und Widerstand geleistet haben, Beamte seien gekratzt und geschubst worden. Einer habe erklärt, die Weisungen der Polizei seien für ihn nicht bindend, berichtete der Staatsanwalt. „Nur Allah habe ihm etwas zu sagen.“

Das Landgericht Hamburg hat noch 20 weitere Verhandlungstermine bis April 2018 angesetzt.

 Von Stephanie Lettgen

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