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Gestrandete Pottwale: Jetzt übernehmen die Präparatoren

Stralsund Gestrandete Pottwale: Jetzt übernehmen die Präparatoren

Die Skelette werden ausgestellt und von der Wissenschaft genutzt.

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Experten des Meeresmuseums nehmen die Knochen in Empfang.

Quelle: B. Wüstneck/dpa

Stralsund. Strenger Verwesungsgeruch steigt aus dem Container, als Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund die Plane auf dem Transportbehälter mit den Überresten von drei Pottwalen zurückrollen. Die Zuschauer rümpfen bei dem beißenden Gestank die Nasen. Chefpräparator Uwe Beese zeigt sich ungerührt und richtet den Blick auf die mit Fleischresten behangenen Riesenknochen. „Der Zustand der Knochen ist gut. Die Jungs haben super vorgearbeitet.“

Seit dem 8. Januar strandeten nach Angaben der Schutzstation Wattenmeer insgesamt 28 junge Pottwale in der südlichen Nordsee. Drei der Skelette werden nun von den Walexperten des Meeresmuseums für Ausstellungen und die Wissenschaft vorbereitet. Abnehmer sind die Tierärztliche Hochschule Hannover und die Universität Rostock. Ein Skelett bleibt in Stralsund. „Es ist ein trauriger Anlass, dass wir die Wale bekommen“, sagt der Kurator für Meeressäuger, Michael Dähne. Als Mensch berühre ihn das Schicksal, als Wissenschaftler sehe er in den Pottwalen jedoch ein interessantes Forschungsobjekt. Die Skelette seien ein „Archiv der Natur“, repräsentierten die biologische Vielfalt. An ihnen können künftig Studenten lernen.

Ein Kran hievt die großen Skelettstücke, darunter die mehr als vier Meter großen Schädel, aus dem Container. Zwei Mitarbeiter des Museums stehen in Wathosen und Gummijacken im Transportbehälter, sie packen die „kleineren“ Knochen — etwa die immer noch pizzagroßen Wirbel — in große Kunststoffsäcke. Bevor die jeweils 140 Einzelknochen zu einem Skelett zusammengesetzt werden können, müssen die Knochen in einem aufwendigen Verfahren entblutet und entfettet werden. Vor 15 Jahren baute das Museum dafür eine sogenannte Mazerationsanlage.

LN

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