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Norddeutschland Furcht vor Blaualgen und Badeverboten wegen warmer Ostsee
Nachrichten Norddeutschland Furcht vor Blaualgen und Badeverboten wegen warmer Ostsee
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12:00 31.07.2018
Hamburg: Blick auf den Öjendorfer See im Öjendorfer Park (Aufnahme mit Drohne). Wegen giftiger Blaualgen im Wasser hat die Hamburger Umweltbehörde das Baden in dem Gewässer bereits Mitte Juli verboten.  Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Lübeck

Bis zu 25 Grad warm ist das Meerwasser -  Blaualgen vermehren sich derzeit explosionsartig. Wer Wasser mit den Cyanobakterien schluckt, muss mit Erbrechen, Hautausschlägen, Atemnot und Fieber rechnen. Nach Auskunft des Gesundheitsamts Ostholstein sind bislang keine Blaualgen-Teppiche gesichtet worden. Eine internationale Karte zeige derzeit nur eine geringe Belastung für die schleswig-holsteinische Küste, teilt das Kieler Gesundheitsministerium mit.

Je nach Wetter könne sich die Lage jedoch innerhalb weniger Tage verändern. Ein erstes blaualgenbedingtes Badeverbot musste an der Schlei ausgesprochen werden. Wegen Algenbildung bleibt bis auf Weiteres auch das Freibad Herrenteich in Reinfeld (Stormarn) geschlossen.

In Polen haben Blaualgen-Teppiche vor der Küste zu Badeverboten an 52 Stränden geführt. Rettungsschwimmer warnten Badegäste über Megaphon: „Achtung, Achtung, Schwimmen verboten! Das Wasser ist vergiftet.“ Tausende trauten sich trotzdem in die Fluten.

Silke Szymoniak, Marketingchefin von Timmendorfer Strand, sagt: „Wir haben die Lage im Blick.“ Janina Kononov, Tourismuschefin in Grömitz (beides Ostholstein): „Wir vertrauen ganz den Angaben aus dem Kieler Ministerium.“ Der Verdacht auf giftige Blaualgen im Greifswalder Bodden bei Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) hat sich unterdessen nicht erhärtet.

Wussten Sie, dass man in der Ostsee einem der giftigsten Tiere Europas begegnen kann? Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um Gefahren der Ostsee kennenzulernen.

Vibrionen können Magen-Darm-Erkrankungen auslösen

Allerdings sei eine Vibrionenerkrankung einer Person aus einem anderen Bundesland bekannt geworden, die möglicherweise auf ein Bad in der Ostsee in Schleswig-Holstein zurückzuführen sei, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums mit. Das Landesgesundheitsamt in Rostock hatte bereits vor einem Bad in der Ostsee gewarnt, nachdem ein 70-Jähriger mit chronischer Vorerkrankung wegen einer Infektion gestorben war. Vibrionen, die leicht salzhaltiges Wasser wie in der Ostsee bevorzugen, aktivieren sich erst bei Wassertemperaturen über 20 Grad. Die Erreger können Magen-Darm-Erkrankungen auslösen. Kleinkinder sind besonders gefährdet.

Auch Feuerquallen in Ostsee

Zu allem Überfluss quälen an der mecklenburgischen Küste Feuerquallen die Urlauber. 90 Menschen mussten am Wochenende nach Kontakt mit den Tieren behandelt werden. Die rote Fahne – sie bedeutet Badeverbot – war am Freitagabend von der DLRG im südlichen Bereich der Lübecker Bucht gehisst worden. Grund war jedoch kein Bakterium, sondern eine gefährliche Unterströmung.

Am Timmendorfer Strand konnte am Sonntag ein Badegast (75) nur noch tot geborgen werden.

Von Curd Tönnemann

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