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Norddeutschland Gewitter im Norden – Bilanz einer Nacht
Nachrichten Norddeutschland Gewitter im Norden – Bilanz einer Nacht
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15:31 10.08.2018
Über vier Stunden lang dauerte ein Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf. Quelle: RTN - Peter Wüst
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Ausnahmezustand in Lauenburg: Ein Gewittertief zog am Donnerstagabend mit starken Sturmböen über die Stadt am Elbufer hinweg. Feuerwehrleute aus dem Umland sowie zusätzliche Drehleittern aus Geesthacht und Boizenburg und Unterstützung vom Technischen Hilfswerk (THW) mussten in Lauenburg anrücken. Es werde wohl Tage dauern, alle Schäden zu beseitigen, hieß es.

Bei einem Discounter klafften Löcher im Zeltdach eines provisorischen Marktes an der Reeperbahn, an einer Wachstation der DLRG an der Kütauer Chaussee wurden Teile der Fahrzeughalle abgedeckt und ein Wohn- und Geschäftshaus am Triftweg musste evakuiert werden, weil eine riesige Linde in Schräglage geraten war und auf das Gebäude zu stürzen drohte.

Ein Gewittertief zog am Donnerstagabend mit starken Sturmböen über die Stadt am Elbufer hinweg.

Am Mühlenberg begrub ein Baum zwei Autos, die beide total zerstört wurden. Die Juliusburger Landstraße wurden von einer entwurzelten etwa 30 Meter hohen Pappel blockiert.

Mehr zum Thema

Lesen Sie hier unseren Live-Ticker zu den Unwettern.

Besonders heftig traf das Unwetter den Bereich der Integrierten Regionalleitstelle Süd. In den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Ostholstein und Stormarn wurden die Feuerwehren von Donnerstagabend bis Tagesanbruch zu rund 200 wetterbedingten Einsätzen alarmiert.

Lindenbaum auf Wohnhaus gedrückt

Mehr als vier Stunden dauerte  ein Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf. Im dortigen Himmelshorst hatte eine kräftige Sturmböe während des Gewitters eine mächtige Linde von einem Nachbargrundstück auf ein Wohnhaus gedrückt und dieses erheblich beschädigt. Auch in den Carports am Haus geparkte Autos bekamen dabei einige Dellen und Kratzer ab.

"Bei den Aufräumungsarbeiten war wegen der Enge der Bebauung der Waldgrundstücke der Einsatz einer Drehleiter nicht möglich", sagte Einsatzleiter Thomas Drenckhahn und griff deshalb auf den Hubsteiger des gemeindeeigenen Bauhofes des zurück. "Wir beseitigen aus dessem Korb heraus jetzt die Gefahrenstellen, damit keine Bewohner durch herabstürzende Teile vom Dach verletzt werden kann. Den Rest muss ein vom Hausbesitzer beauftragter Baumpfleger erledigen, da es sich bei dem Sturmschaden um einen privaten Versicherungsfall auf zwei Privatgrundstücken handelt".

In Geesthacht wurde kein einziger wetterbedinger Einsatz gemeldet, in Schwarzenbek einer.

Eingeknickte Bäume und Zugausfälle

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Auf der Strecke Hamburg – Kiel kam es zu einigen Zugausfällen. Schon am Donnerstagabend stellte die Deutsche Bahn den Zugbetrieb im Fernverkehr nördlich von Hannover komplett eingestellt. Grund dafür ist der starke Sturm. Betroffen war auch die Strecke - Hamburg Stralsund. Zwischen Hamburg und Kiel kam es auch zu einigen Zugausfällen.

Jugendliche von Baum verletzt

Während des heftigen Sturms sind in Hamburg zwei Jugendliche durch einen entwurzelten Baum verletzt worden. Der 18-jährige Junge und das 15-jährige Mädchen seien am Donnerstagabend im Stadtteil Harburg unterwegs gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Ob sie dabei direkt von dem umgestürzten Baum oder von den umherfliegenden Ästen getroffen wurden, war zunächst unklar. Die beiden wurden ins Krankenhaus gebracht, die Verletzungen waren nicht lebensbedrohlich.

Brände durch Blitzeinschläge

Im Landkreis Rostock schlug ein Blitz in das Dach einer reetgedeckten Scheune und löste einen Brand aus. Die Kameraden zahlreicher Freiwilliger Feuerwehren waren über Stunden im Großeinsatz, konnten aber einen größeren Schaden nicht verhindern.

In der Nähe von Ribnitz-Damgarten setzte ein Blitz ein reetgedecktes Doppelhaus in Brand. Wie die Polizei mitteilte, kamen fünf umliegende freiwillige Feuerwehren zum Einsatz, um den Brand zu löschen. Einem älteren Ehepaar gelang es, die brennende Haushälfte unverletzt zu verlassen. Das komplette Doppelhaus brannte aus und ist nicht mehr bewohnbar. Die beiden Rentner kamen bei ihrer Tochter im Ort unter. Die Eigentümer der anderen Doppelhaushälfte waren zur Zeit des Brandes nicht zu Hause. Der Sachschaden beträgt mindestens 300.000 Euro.

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LN/dpa

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