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Gewitternacht mit Bränden und Flut

Lübeck Gewitternacht mit Bränden und Flut

In der Nacht zu gestern entlud sich eine schwere Gewitterfront über Holstein. Verletzt wurde niemand – doch die Feuerwehr hatte stundenlag alle Hände voll zu tun.

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Feuerwehrleute versuchen, den Dachstuhl eines vom Blitz getroffenen Hauses in Traventhal zu löschen. Vergebens.

Quelle: Fotos: Petra Dreu, Mark Zielinski, Dpa

Traventhal. Blitze, Donner und starker Dauerregen gingen gestern Nacht ab etwa 22 Uhr über Hamburg und Südholstein nieder. Zahlreiche Keller liefen voll, Straßen wurden überflutet. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.

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In der Nacht zu gestern entlud sich eine schwere Gewitterfront über Holstein. Verletzt wurde niemand – doch die Feuerwehr hatte stundenlag alle Hände voll zu tun.

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Im Kreis Segeberg musste die Rettungsleitstelle Holstein 39 Mal Alarm auslösen. Den größten Einsatz gab es dabei in Traventhal, wo vermutlich ein Blitzeinschlag ein Großfeuer in einem Einfamilienhaus auslöste. Der Brand zerstörte das Gebäude völlig, die Bewohner brachten sich rechtzeitig in Sicherheit. Zuerst habe der Dachstuhl Feuer gefangen, dann hätten die Flammen auf den Rest des Gebäudes übergegriffen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Insgesamt waren acht Wehren mehrere Stunden im Einsatz.

Allein in Bad Segeberg rückte die Feuerwehr wegen des Unwetters in der Nacht sieben weitere Male aus. Den Campingplatz am Großen Segeberger See, der teilweise unter Wasser stand, musste die Wehr mit Sandsäcken sichern. Das Technische Hilfswerk (THW) wurde angefordert.

Feuerwehr und THW rückten auch gemeinsam zum Funkturm der Telekom aus, wo ein Technikraum vollzulaufen drohte. Am Landratspark stand außerdem die Straße unter Wasser.

In Stipsdorf brach ein Feuer in einem Wohnhaus nach einem durch Nässe verursachten Kurzschluss in der Gastherme aus. Es konnte rechtzeitig gelöscht werden. Außerdem liefen im Stadtgebiet und der Umgebung einige Keller voll. In Bühnsdorf stand die Dorfstraße völlig unter Wasser und wurde gesperrt.

In den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Ostholstein gab es nach Angaben der Integrierten Regionalleitstelle Süd 43 Einsätze. Ein Schwerpunkt lag mit zehn Einsätzen im Kreis Stormarn, wie Markus Wölms von der Leistelle gestern feststellte. Vier Mal musste die Feuerwehr in Reinfeld ausrücken. Vollgelaufene Keller mussten leergepumpt werden. Der größte Teil der Einsätze spielte sich im Hamburger Umland ab.

Ein Dutzend Einsätze gab es im Kreis Herzogtum Lauenburg. In Geesthacht drohte der Toom-Baumarkt vollzulaufen. In Lauenburg stürzte ein Baum auf die Straße. In Kastorf rückte die Feuerwehr aus, weil in einem Gebäude Toiletten und Duschen überliefen.

In Reinbek (Kreis Stormarn) liefen zwei Keller und eine Wohnung voll. In Bad Oldesloe stand die Straße Kunstborn unter Wasser. In Reinfeld war die A-1-Unterführung in der Lokfelder Straße überflutet.

In Hamburg sah es nicht besser aus. Zwei Blitzeinschläge in den Stadtteilen Kirchwerder und Billstedt lösten Schwelbrände aus, die rasch gelöscht wurden. In Fuhlsbüttel ließen die starken Regenfälle ein Rückhaltebecken überlaufen. Am Hamburger Flughafen mussten 15 Abflüge und 14 Ankünfte von Maschinen gestrichen werden. Zeitweise mussten Passagiere in gerade gelandeten Maschinen ausharren. Der U-Bahn-Verkehr war ebenfalls beeinträchtigt.

Auf der Bahn-Strecke Hamburg-Hannover schlug ein Blitz in einem Stellwerk ein. Fernzüge mussten umgeleitet werden und verspäteten sich. Erst gegen fünf Uhr morgens war das Gröbste überstanden.

jwu, mt, stö

Weiter geht’s mit Sonnenschein

Das Gewitter in der Nacht zu gestern war – zumindest über Hamburg, Stormarn und Segeberg – offiziell kein Unwetter, informiert Josef Kantuzer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Hamburg. „Von einem Unwetter sprechen wir Meteorologen erst bei einer Niederschlagsmenge von über 25 Litern pro Stunde.“ Dieser Wert wurde nur in der Gegend um Grambek im Süden des Kreises Herzogtum Lauenburg überschritten, dort kamen 28 Liter pro Stunde herunter. Aus meteorologischer Sicht lag dort der Schwerpunkt der Gewitternacht.

Mit Temperaturen um die 20 Grad und Sonnenschein geht es weiter. „Bis Dienstag klettert das Thermometer auf 24 Grad“, kündigt Kantuzer an. „Es wird jetzt von Tag zu Tag wärmer.“

Am Dienstagabend wird das Wetter unbeständiger, der eine oder andere Schauer zieht durch.

Am Himmelfahrtstag geht es voraussichtlich mit dem Schauer-Wetter weiter. Kantuzer: „Danach zeigen die Wettermodelle erneut eine Besserung.“ Die Niederschlagswahrscheinlichkeit bleibe gering.

LN

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