Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Gezackte Souvenirs aus aller Welt
Nachrichten Norddeutschland Gezackte Souvenirs aus aller Welt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:14 20.05.2016
Sue (58) und Bob Hunt (55) wollen möglichst viel über die Herkunft ihrer Kronkorken herausbekommen. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Bob Hunt nimmt einen roten Kronkorken vom Tisch und dreht ihn vorsichtig in seiner Hand. Auf der Oberseite ist ein blaues Auge mit auffälligen Wimpern abgebildet, auf der Unterseite steht „Volkan Beer Santorini“. Seine Frau Sue und er haben ihn von einer Reise aus Griechenland mitgebracht. Seitdem ist er ihr Lieblingsstück – aber bei weitem nicht der einzige Kronkorken, den das Paar besitzt. Die beiden sind Sammler.

Das Bier Longmont wird im US-Bundesstaat Colorado hergestellt.
Das indische Bier Kingfisher wird auch von Kaiserdom in Bamberg gebraut.
Roundhouse Kick ist ein Bier der Marke Crew Republic aus München.
Ein Kronkorken für alkoholfreies Bier von der Brauerei Bitburger aus Deutschland.
Ein Elefant ziert den Kronkorken: Das Bier Tusker kommt aus Kenia.
Volkan ist ein griechisches Bier. Es stammt von der Insel Santorin.
Ein Elefant ziert den Kronkorken: Das Bier Tusker kommt aus Kenia.
Roundhouse Kick ist ein Bier der Marke Crew Republic aus München.
Das indische Bier Kingfisher wird auch von Kaiserdom in Bamberg gebraut.
Volkan ist ein griechisches Bier. Es stammt von der Insel Santorin.
Das Bier Longmont wird im US-Bundesstaat Colorado hergestellt.
Ein Kronkorken für alkoholfreies Bier von der Brauerei Bitburger aus Deutschland.

Angefangen hat alles mit dem Kunstprojekt einer Freundin. Sie wollte aus Kronkorken eine Tischplatte herstellen und bat das Paar, ihr welche zu schicken. Die Hunts fragten daraufhin unter anderem auch einen Restaurantbesitzer im polnischen Krakau nach Exemplaren. Der Mann berichtete, dass er selbst Sammler sei und rund 12000 Kronkorken besitze. Die Hunts waren fasziniert. „Wir wussten bis dahin gar nicht, dass es Menschen gibt, die so etwas als Hobby sammeln“, sagt Bob Hunt. Der Mann bot ihnen an, so viele Kronkorken einzupacken, wie sie wollten. „Wir haben eine ganze Tasche voll mitgenommen“, berichtet Sue Hunt.

Ein Jahr ist das her, inzwischen haben die Hunts exakt 306 verschiedene Kronkorken aus 25 Ländern in ihrer Sammlung. Und das sind nur die eingeordneten Exemplare. In ihrem Wohnzimmer liegen tausende weitere Kronkorken, verpackt in Kisten, Tüten und Säcken. Bevor die Hunts einen Kronkorken in ihr Sammelalbum stecken, recherchieren sie, aus welchem Land und Ort dieser stammt, von welcher Firma er ist und wie die Biermarke heißt. Die Informationen tragen sie dann in ein Internetverzeichnis ein.

Das sei teilweise sehr schwierig und zeitaufwendig. „Bei einigen ist es unmöglich, zu sagen, woher sie kommen“, sagt Sue Hunt und deutet auf einen Kronkorken, der einfach nur weiß ist. „Wir haben daraus schon gelernt“, ergänzt ihr Mann. „Wenn wir in einer Bar sind, fragen wir auch nach der dazugehörigen Flasche und machen ein Foto davon. Das hilft beim Einordnen.“

Andere Kronkorken sehen auf den ersten Blick gleich aus, wie zum Beispiel mehrere orangefarbene von Fanta. „Aber sie sind dann doch ganz unterschiedlich“, sagt Sue Hunt und deutet auf die Schriftzüge, die in der Tat verschieden sind. Manchmal ist es auch nur die Prägung auf den Zacken, die zwei Kronkorken voneinander unterscheidet. Dort ist auf einem Code zu lesen, welche Firma den Kronkorken produziert hat. Auch auf solche Kleinigkeiten achten die Hunts bei ihren „bottle caps“, so die englische Bezeichnung für ihre Sammelstücke. Denn die beiden stammen ursprünglich aus Amerika, sind erst vor dreieinhalb Jahren nach Lübeck gekommen.

„Es ist ein schönes Hobby“, sagt Sue Hunt. Denn seit sie Kronkorken sammeln, „müssten“ sie im Urlaub und bei Ausflügen immer lokales Bier bestellen. „Ich bin dadurch vom amerikanischen Bier weggekommen und trinke endlich richtiges“, sagt die 58-Jährige und schmunzelt. „Das Tolle am Sammeln ist, dass ich durch die Kronkorken viel über Biere aus verschiedenen Ländern und deren Manufakturen lerne“, sagt Bob Hunt.

Viele Kronkorken bringen sich die Hunts von ihren Reisen mit. Zudem bekommen sie von Freunden und aus Bars jede Menge geschenkt – inzwischen sind es ihnen fast schon zu viele geworden. „Wir schwimmen in Kronkorken und kommen nicht mehr hinterher“, sagt Sue Hunt. Denn jeder Kronkorken muss gereinigt und dann zum Trocknen ausgelegt werden. „Sonst stinkt es in der Wohnung.“

Eines passt dagegen so gar nicht zu ihrer Sammelleidenschaft: ihr Lieblingsbier Flensburger Pilsener. Denn es hat einen Bügelverschluss statt Kronkorken.

Vor 125 Jahren erfunden

1891 hat der Amerikaner William Painter den Kronkorken zum Patent angemeldet. Mit der kleinen Metallkappe werden vor allem Bierflaschen luftdicht verschlossen. Painter war ein Erfinder und entwickelte auch den Flaschenöffner, allerdings erst drei Jahre später.

21Zacken hat ein Kronkorken heute, anfangs waren es 24. Die Änderung wurde nötig, weil sich der Durchmesser der Flaschenhälse verringerte. Zudem verschließt eine ungerade Zahl die Flaschen besser, da die Zacken nicht so leicht verkanten. Die von Painter gegründete Crown Cork & Seal Company ist bis heute einer der größten Kronkorken-Hersteller.

Janina Dietrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

. Die dänische Polizei kontrolliert Autofahrer von nun an systematisch mit digitalen Kennzeichen-Scannern.

20.05.2016

Das ist doch mal eine „Hausnummer“: Schleswig-Holsteins Tourismusbilanz geht im ersten Quartal durch die Decke. Die Zahl der Gäste wuchs im Vergleich zum ersten Vierteljahr 2015 um 13,9 Prozent auf mehr als eine Million, die Zahl der Übernachtungen geradezu sensationell um 17,5 Prozent auf 3,6 Millionen.

20.05.2016

Bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn 20 sind am Freitag drei Menschen verletzt worden, einer davon schwer. Die A 20 musste Richtung Osten für die Rettungsarbeiten voll gesperrt werden.

20.05.2016
Anzeige