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Norddeutschland Glättegefahr: Polizei warnt vor Fahrt mit Sommerreifen
Nachrichten Norddeutschland Glättegefahr: Polizei warnt vor Fahrt mit Sommerreifen
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20:45 18.04.2017
Viele Unfälle und gesperrte Autobahnen gab es nach Hagelwetter zu Ostern. Quelle: Fotolia
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Lübeck

Bei Siek (Kreis Stormarn) prallte ein 19-Jähriger mit seinem BMW gegen einen Baum, als er bei einem Hagelschauer die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Er wurde in eine Hamburger Klinik gebracht. In Mecklenburg-Vorpommern wurden auf den Autobahnen zwölf Menschen bei Karambolagen zum Teil schwer verletzt. In Richtung Berlin musste die A 20 für zwei Stunden gesperrt werden.

Viele Autofahrer seien von der Rückkehr des Winters offenkundig überrascht worden, vermutet Christian Hieff vom ADAC in Hamburg. Nicht wenige seien zudem bereits mit Sommerreifen unterwegs. Denn: „Sommerreifen von O bis O – also von Ostern bis Oktober, so lautet die Faustregel“, bestätigt Hieff. Den Wenigsten sei klar, dass Winterreifen unabhängig von der Jahreszeit bei winterlicher Glätte vorgeschrieben sind.

„Bei Eis-, Schnee und Reifglätte darf tatsächlich nur mit Winterreifen gefahren werden“, sagt Meike Hack vom Polizei-Autobahnrevier Bad Oldesloe. „Sonst liegt eine Ordnungswidrigkeit vor.“ Weit schwerer wiege die Gefahr für Leib und Leben. Schon aus Sicherheitsgründen warne die Polizei vor der Fahrt mit Sommerreifen bei winterlich glatter Straße, sagt Hack.

Eine Entspannung der Wetterlage ist vorerst nicht in Sicht. „Die nächsten Tage bleibt es frisch“, weiß Meteorologin Annett Püschel vom Deutschen Seewetterdienst in Hamburg. Besonders in der Nacht zu morgen werde es mit bis zu minus sieben Grad noch einmal extrem kalt. „Allerdings bleibt es trocken.“ Das ändere sich zum Wochenende: „Am Freitag ziehen Wolken auf, und es gibt Regen, vielleicht auch mal einen Schneeschauer.“ Die Temperaturen liegen tagsüber bei maximal zehn, nachts bei drei bis sechs Grad.

Ob es angesichts der Wetterverhältnisse nun Sinn mache, die Winterreifen wieder aufzuziehen, müsse jeder Fahrer für sich entscheiden, meint ADAC-Experte Hieff. Tatsächlich werde sich erfahrungsgemäß kaum jemand dazu entschließen. Die meisten der rund 1200 Kfz-Werkstätten im Land seien ohnehin ausgebucht, was den Reifenwechsel angehe.

Fest stehe: „Wer Sommerreifen aufgezogen hat, sollte bei Schneeregen oder Glätte das Auto stehen lassen“, stellt Hieff klar. „Auch, wenn es schwer fällt.“ Ansonsten drohen bei einem Unfall zusätzlich zur Unfallgefahr auch juristische Probleme. Hieff: „Das Fehlen von Winterreifen kann vor Gericht als Mitschuld gewertet werden – das wissen auch die Versicherungen.“

Von Marcus Stöcklin

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