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Glamouröse Filmpreisnacht mit einem Sieger aus Dänemark

59. Nordische Filmtage 2017 Glamouröse Filmpreisnacht mit einem Sieger aus Dänemark

Großer Auflauf im Theater Lübeck: Filmemacher und Prominente aus Kultur, Politik und Wirtschaft kamen am Sonnabend zur Filmpreisnacht: Strahlender Gewinner des Abends war Milad Alami aus Dänemark. Sein Spielfilmdebüt „Der Charmeur“ erhielt den mit 12 500 Euro am höchsten dotierten NDR-Filmpreis. 

Strahlender Gewinner des Abends war Milad Alami aus Dänemark. Sein Spielfilmdebüt „Der Charmeur“ erhielt den NDR-Filmpreis, den mit 12 500 Euro am höchsten dotierten Preis der Filmtage.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck . Doch vor der Preisvergabe war Grusel angesagt: Die Seitentüren schlossen mit lautem Knall, auf die Bühne kam ein Horror-Clown. „Are you scared?“, fragte er, küsste einige Gäste in den vorderen Reihen und zog als erstes über sich selbst, „den schwarzen Moderator, der immer so schleimt“, her. Yared Dibaba, der zum fünften Mal die Gala moderierte, hatte sichtlich Spaß an seiner Rolle und ätzte auch weiter, als die Künstlerische Leiterin der Filmtage, Linde Fröhlich, und Festivalmanager Florian Vollmers Reden halten wollten – dazu kamen sie nicht. Erst als die Kinderjury auf die Bühne stürmte und die weiße Farbe von Dibabas Gesicht wischte, war der Spuk zu Ende. Fröhlich und unverkrampft erzählten Johanna, Fabian, Amario und Elias über ihre Wahl des Siegerfilms: Der mit 5000 Euro dotierte Preis der Kinderjury ging unter großem Jubel an Frederik Meldal Nørgaards Film „Kidnapping“ aus Dänemark.

Strahlender Sieger des Abends war Milad Alami. Der Regisseur war aus Kopenhagen angereist und freute sich sehr über den NDR-Filmpreis für sein Spielfilmdebüt „Der Charmeur“. Der Film erzählt von dem Iraner Esmail, der seit zwei Jahren in Dänemark lebt. Um bleiben zu können, geht er in Bars, um eine Frau zu finden, die für ihn bürgt.

Zwar nicht den Hauptpreis, aber eine lobende Erwähnung gab es für „Was werden die Leute sagen“ von Iram Haq. Sie erzählt ihre eigene Geschichte auf eine derart atemberaubend emotionale Art und Weise, dass man sich dem Sog und der Authentizität dieses Films nicht entziehen kann“, sagt die Jury. Die größte Jury aber wählte „Was werden die Leute sagen“. So nahm Iram Haq im Theater den mit 5000 Euro dotierten LN-Publikumspreis in Empfang. Im Mittelpunkt ihres Filmes steht die 16 Jahre alte Nisha, Tochter pakistanischer Einwanderer. Sie möchte leben wie alle anderen Teenager auch, die Eltern aber wollen durchsetzen, dass sie deren Werten folgt.

Gewinnerin des LN-Publikumspreises: Iram Haq mit LN-Chefredakteur Gerald Goetsch.

Gewinnerin des LN-Publikumspreises: Iram Haq mit LN-Chefredakteur Gerald Goetsch.

Quelle: Olaf Malzahn

Die Jury des Baltischen Filmpreises wählte „Thelma“ von Regisseur Joachim Trier aus Norwegen als ihren Gewinner. Mit dem Preis der Kinder- und Jugendfilmjury wurde der schwedische Film „Ab in den Himmel“ ausgezeichnet. Der Kirchliche Filmpreis Interfilm, gestiftet vom Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg und seit diesem Jahr mit einem Preisgeld von 5000 Euro versehen, ging an die niederländisch/norwegische Produktion „Das Entschwinden“ des Regisseurs Boudewijn Koole. Den Dokumentarfilmpreis der Lübecker Gewerkschaften erhielt Elina Hirvonens Film „Siedepunkt“ aus Finnland. Über den mit 3000 Euro ausgestatteten Cinestar Preis, gestiftet von der Cinestar-Gruppe, kann sich Regisseurin Katja Benrath freuen. Für ihren Kurzfilm „Watu Wote“ <NO1>im Filmforum<NO>hatte sie erst kürzlich einen Studenten-Oscar in Gold bekommen. 

Die Preisträger

NDR-Filmpreis: „Der Charmeur“, Regie: Milad Alami, DK/S/F.
Eine Lobende Erwähnung geht an: „Was werden die Leute sagen“, Regie: Iram Haq; N/D/S.
LN-Publikumspreis: „Was werden die Leute sagen“, Regie: Iram Haq, N/D/S.
Baltischer Filmpreis: „Thelma“, Regie: Joachim Trier, Norwegen/Frankreich/Dänemark/Schweden.
Kirchlicher Filmpreis Interfilm: „Das Entschwinden“, Regie: Boudewijn Koole, NL/N.
Eine Lobende Erwähnung geht an: „Going West“, Regie: Henrik Martin Dahlsbakken, Norwegen.
Dokumentarfilmpreis der Lübecker Gewerkschaften: „Siedepunkt“, Regie: Elina Hirvonen, Finnland.
Eine Lobende Erwähnung geht an: 
„Das Hurenkind“, Regie: Knutte Wester, Schwedenn/Norwegen.
Cinestar-Preis: „Watu Wote“, Regie: Katja Benrath, Deutschland.
Eine Lobende Erwähnung geht an: „Spuer – Sp:ür“, Regie: Christian Striboll, Deutschland.
Kinder- und Jugendfilmpreis: „Ab in den Himmel“, Regie: Petter Lennstrand, Schweden.
Eine Lobende Erwähnung geht an: „Screwed“, Regie: Niels-Erik Ekblom, Finnland.
Preis der Kinderjury: „Kidnapping“, Regie: Frederik Meldal Nørgaard, DK.
Eine Lobende Erwähnung geht an: „Zimmer 213“, Regie: Emelie Lindblom, Schweden.

Modarator Yared Dibaba führte durch den Abend - zunächst als Clown. 

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„Ich liebe die Filmtage, ich liebe Lübeck“, sagt Sakaris Stórá, Regisseur des Kinder- und Jugendfilms „Träume am Meer“. „Ich freue mich sehr, Teil dieses Filmfestes zu sein. Es war wirklich wieder ein exzellentes Programm“, sagt Stórá, der schon zum vierten Mal dabei ist.

Eine Newcomerin bei den Filmtagen ist hingegen Evin Ahmad, die Hauptdarstellerin des Eröffnungsfilms „Träum weiter“. „Ich bin das erste Mal in Lübeck, und es ist toll hier“, sagt die Schwedin, die ein kariertes Sakko mit tiefem Ausschnitt trägt. Jonatan Etzler setzt hingegen eher auf eine rote Fliege mit weißen Punkten. Der Regisseur des Films „Wir Erwachsenen“ war vor drei Jahren schon einmal bei den Nordischen Filmtagen in der Hansestadt.„Lübeck ist etwas ganz Besonderes, so gemütlich und schön“, sagt Jonatan Etzler. „Ich würde direkt hier herziehen.“ 

Die Nordischen Filmtage Lübeck gehen am Sonntag zu Ende und sind wie immer ein großer Erfolg: Schon zur Eröffnung gab es einen großen Andrang. 

Auf dem roten Kinoteppich herrschte beim Einlass eine sehr hohe Promi-Dichte.

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Alle Filme aus dem Spielfilmwettbewerb sind heute, am Abschlusstag des Festivals, noch einmal zu sehen. 

Lesen Sie weitere Beiträge zum Festival mit Kritiken und Interviews auf unserer Themenseite

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