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Norddeutschland Glubschaugen und breites Maul: Invasion der Schwarzmundgrundel
Nachrichten Norddeutschland Glubschaugen und breites Maul: Invasion der Schwarzmundgrundel
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00:34 06.10.2016
Wohlfühlort Ostsee: Schwarzmundgrundel.
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Rostock

. Die Schwarzmundgrundel verbreitet sich ungewöhnlich schnell in der Ostsee – und Experten sind alarmiert. Nach Angaben des Thünen-Instituts für Ostseefischerei in Rostock beeinflusst die eingeschleppte Fischart inzwischen auch das Ökosystem des Meeres. 

Untersuchungen zeigten, dass die ursprünglich im Kaspischen und Asowschen Meer beheimatete Fischart vor der Küste Polens ein Nahrungskonkurrent der Flunder sei und vermutlich Plattfische aus angestammten Gebieten verdränge, sagte der Fischereibiologe Daniel Oesterwind vom Thünen-Institut. Auch stehe sie im Verdacht, womöglich Eier und Larven von Heringen zu fressen.

Die Schwarzmundgrundel wurde vermutlich über Ballastwasser von Schiffen in die Ostsee eingeschleppt. „Sie ist sehr tolerant“, begründete Oesterwind die schnelle Verbreitung. Sie halte einen Salzgehalt von 0 bis zu 30 Promille und Temperaturen von minus 1 bis zu plus 30 Grad Celsius aus. Zudem komme die Schwarzmundgrundel auch mit dem relativ sauerstoffarmen Wasser, wie es in einigen Gebieten der Ostsee vorkommt, klar.

Küstenfischer aus Mecklenburg-Vorpommern beklagen, dass die Grundel immer häufiger in Aalkörben landet. Vor Jahren habe er vereinzelte Exemplare gefangen, sagte etwa der Boltenhagener Fischer Kai Dunkelmann. „Heute werden es immer mehr, und sie werden immer größer.“ In einer Aalreuse mit zwölf Körben habe er in diesem Sommer nahezu einen Zentner Schwarzmundgrundeln, aber kaum Aale aus dem Wasser geholt.

Nach Angaben der internationalen Ostseekommission Helcom (Helsinki-Kommission) sind seit dem Mittelalter weniger als zehn fremde Arten heimisch geworden. Fischer Kai Dunkelmann macht inzwischen aus der Not eine Tugend. Er hat in diesem Sommer geräucherte Grundeln für 50 Cent das Stück verkauft. „Irgendwas muss man ja mit den Dingern anfangen.“

LN

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