Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Glückstadt: Mann nach Überfall ertrunken
Nachrichten Norddeutschland Glückstadt: Mann nach Überfall ertrunken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 27.10.2012
Schleswig-Holstein

Was zunächst wie ein tragischer Unfall ausgesehen hatte, entpuppt sich jetzt als brutales Verbrechen: Im Zusammenhang mit dem Tod durch Ertrinken eines 42-jährigen Bauingenieurs in Glückstadt (Kreis Steinburg) hat die Polizei vorgestern drei Jugendliche im Alter von 14 und 16 Jahren festgenommen. Gegen sie wird jetzt wegen des Verdachts des Raubes mit Todesfolge ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft in Itzehoe gestern Nachmittag mit.

Der Tote, ein Ingenieur aus Kassel, der am AKW Brokdorf arbeitete, war am 17. Oktober von einer Passantin im Glückstädter Festungsgraben gefunden worden. Nach ersten Ermittlungen wurde vermutet, dass der Mann alkoholisiert war und offenbar durch unglückliche Umstände ins Wasser gefallen und ertrunken sei. „Gegen diese Vermutung sprach allerdings, dass er keine Brieftasche mehr bei sich hatte“, sagte Staatsanwalt Peter Müller-Rakow. Auch bei einer anschließenden Suche mit Polizeitauchern habe die Brieftasche nicht gefunden werden können.

Am Donnerstag dann die überraschende Wende: Die Polizei nahm zwei 16-Jährige sowie einen 14-Jährigen wegen des dringenden Tatverdachts fest, den Tod des Mannes verschuldet zu haben. Nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft seien die drei Jugendlichen am Abend des 10. Oktober auf den Betrunkenen gestoßen und hätten beschlossen, ihn zu überfallen und „abzuziehen“. Anschließend hätten sie den Mann mit einem Ast und einer Plastikschiene niedergeschlagen, seine Brieftasche geraubt und seien geflüchtet, während das Opfer offenbar verletzt und besinnungslos am Tatort zurückblieben sei. „Bei dem Versuch wieder auf die Beine zu kommen, muss der Mann dann ins Wasser gestürzt und ertrunken sein“, sagt Müller-Rakow.

Der Bauingenieur hinterlässt zwei Kinder. Seine Ehefrau hatte ihn als vermisst gemeldet, nachdem er am Wochenende nicht wie sonst üblich nach Hause gekommen war.

Die beiden 16 Jahre alten Verdächtigen wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft gestern dem Haftrichter in Itzehoe vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen; der 14-Jährige sei dagegen wegen fehlender Haftgründe auf freien Fuß gesetzt worden. Wie die Ermittler den Jugendlichen auf die Spur gekommen sind, teilte Müller-Rakow aus Rücksicht auf das geringe Alter der Verdächtigen nicht mit. Sie seien aber teilweise geständig. Tatsache sei jedoch, dass es einen Kausalzusammenhang zwischen dem Überfall und dem Tod des Mannes gebe, sagte Müller-Rakow. Im Falle einer Verurteilung wegen Raubes mit Todesfolge droht nach Jugendstrafrecht eine Haft von bis zu zehn Jahren.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Tod eines 42-Jährigen in Glückstadt ist offenbar aufgeklärt. Er fiel nach Angaben der Polizei in einen Wassergraben, nachdem er von Jugendlichen zusammengeschlagen worden war.

26.10.2012

Lieferengpässe, Verunsicherung über die Qualität des Impfstoffes - nun sinkt offenkundig die Bereitschaft von Patienten, sich gegen Grippe spitzen zu lassen.

26.10.2012

Die Polizei hat in Mölln im Kreis Herzogtum Lauenburg nach einem Überfall auf eine Spielhalle einen 18-Jährigen festgenommen.

27.10.2012