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Norddeutschland Glückwunsch, Kieler Leuchtturm!
Nachrichten Norddeutschland Glückwunsch, Kieler Leuchtturm!
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20:23 05.07.2017

Der runde Geburtstag ist gestern mit einer Feierstunde gebührend begangen worden. Sogar eine Festschrift wurde herausgebracht. „Jeder Leuchtturm ist toll, aber der Kieler Leuchtturm ist etwas ganz Besonderes“, schwärmt Henning Dierken, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Lübeck. Es handele sich um ein extrem spannendes Bauwerk. So wurde der 33,5 Meter hohe Turm aus Aluminium mitten in der Ostsee errichtet – direkt am Eingang der Kieler Förde. Zudem beherbergt er eine Lotsenstation. „Das ist deutschlandweit einmalig“, sagt Dierken.

Das rot-weiße Bauwerk ist gestern 50 Jahre alt geworden. Damit zählt es zu den jüngsten der 200 Wahrzeichen an der deutschen Küste.

Pelzerhaken

Der 1842/43 errichtete Leuchtturm für die Neustädter Bucht war anfangs nur zwölf Meter hoch. 1936 wurde der vier Kilometer südlich von Neustadt (Ostholstein) stehende Turm umgebaut und auf eine Höhe von 19 Meter aufgestockt. Er ist heute immer noch in Betrieb. FOTO: WSV

Flügge

An dem 1914/15 erbauten Leuchtturm ist der achteckige Grundriss auffällig. Er löste ein kleineres Bauwerk aus dem Jahr 1872 ab. Heute verfügt er über eine Reichweite von 31,5 Kilometern. Er befindet sich im Südwesten Fehmarns und steht unter Denkmalschutz. FOTO: GERD-J. SCHWENNSEN

Staberhuk

Seit dem Jahr 1903 steht der Leuchtturm an der südöstlich gelegenen Steilküste auf der Insel Fehmarn. Sein Lichtkegel hat eine Reichweite von 19 Seemeilen, das entspricht etwa 35 Kilometern. Auffallend ist die massive Bauweise dieses Leuchtturms. FOTO: COSIMA KÜNZEL

Travemünde

Der 1539 erbaute Leuchtturm ist der älteste Deutschlands. Seitdem der Betrieb 1972 eingestellt wurde, dient er als Museum, Wahrzeichen und Kulturdenkmal. Seine Aufgabe als Orientierungshilfe für Schiffe in der Lübecker Bucht übernahm das MaritimHotel. FOTO: WOLFGANG MAXWITAT

Dahmeshöved

Das 1879 in Betrieb genommene Bauwerk dient noch heute als Orientierungshilfe für Schiffe. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Turm als Beobachtungsposten und zur Flugsicherung genutzt. Er war auch Navigationspunkt für Flüchtlinge aus der ehemaligen DDR. FOTO: NADINE MATERNE

Timmendorf/Poel

Der Leuchtturm aus dem Jahr 1872 auf der Insel Poel spielt eine wichtige Rolle für die Einfahrt von Schiffen in den Wismarer Hafen. 1931 wurde er um 3,60 Meter auf seine heutige Höhe von 21 Metern aufgestockt. Der Leuchtturm ist ein beliebtes Ausflugsziel. FOTO: HANS-JOACHIM ZEIGERT

Neben dem mit Radar- und Funkanlagen ausgerüsteten Wachraum gibt es Schlafräume für die Lotsen und die Techniker, eine Köchin sorgt in der Küche für das leibliche Wohl. „Für die Versorgung der Boote und deren Besatzungen hat der Turm die Funktion eines Mutterschiffs“, lobt Kapitän Stefan Borowski, Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK II/Kiel/Lübeck/Flensburg. Außerdem werden Umweltdaten wie Wasserstand, Windstärke und Windrichtung erfasst und online an das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg übertragen. „Der Turm ist ein wahrer Datenschatz“, so Dierken. Er spricht von einem „Fels in der Brandung“. Der Turm habe 50 Jahre zuverlässig und zur Zufriedenheit aller seinen Dienst verrichtet, heißt es in der Festschrift.

Dabei sind 50 Jahre für einen Leuchtturm noch gar kein Alter. Der Alte Leuchtturm in Travemünde – immerhin auch stattliche 31 Meter hoch – wurde 1539 erbaut. Er gilt inzwischen als ältester Leuchtturm Deutschlands, ist jedoch nicht mehr in Betrieb. 1972 musste das Leuchtfeuer ausgeschaltet werden, da das Maritim-Hotel den Turm verdeckte. Seit 1974 blinkt das Leuchtfeuer von dem Hotel-Hochhaus.

In den Jahren 1842/43 entstand der Leuchtturm Pelzerhaken, der später noch einmal auf 19 Meter erhöht wurde. Der Leuchtturm Timmendorf im Westen der Insel Poel (Mecklenburg-Vorpommern) wurde 1872 errichtet. Achteckig kommt der Leuchtturm Dahmeshöved daher. In den Jahren 1878/79 erbaut, steht der Turm inzwischen unter Denkmalschutz. Das Bauwerk wird gern von Touristen besucht, zudem kann dort geheiratet werden. Der Leuchtturm Heiligenhafen stammt in seiner jetzigen Form von 1938. Allein auf der Insel Fehmarn stehen weitere fünf Leuchttürme. Dort konnte der neue Turm Flügge bereits 100-jähriges Jubiläum feiern. Der Alte Turm stammte aus den Jahren 1870/72. Marienleuchte dagegen ist jüngeren Semesters. Der Turm wurde 1964 errichtet – ist damit aber doch noch älter als der Kieler Kollege.

WSA-Leiter Dierken lobte die Leuchttürme als „wichtige visuelle Schifffahrtszeichen“. Sie seien trotz moderner Radar- und Satellitensysteme unverzichtbar für die Navigation.

Julia Paulat

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