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Norddeutschland „Gorch Fock“ soll noch 15 Jahre segeln
Nachrichten Norddeutschland „Gorch Fock“ soll noch 15 Jahre segeln
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22:12 25.01.2017

Das in die Jahre gekommene Segelschulschiff „Gorch Fock“ soll mit Millionenaufwand instandgesetzt werden und noch bis 2032 der Deutschen Marine zur Verfügung stehen. Dies sehe eine Vorlage vor, die bei Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf dem Tisch liege, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens gestern der Deutschen Presse-Agentur. Parallel solle der Neubau eines Segelschulschiffes geplant werden, damit es 2032 einen nahtlosen Schiffswechsel gebe. „Es fehlt aber noch der grüne Haken der Ministerin unter der Vorlage“, sagte Gädechens. Von der Leyen wollte die Marine- Obleute des Verteidigungsausschusses gestern Abend über ihre Entscheidung unterrichten. Gädechens ist Marine-Obmann der CDU. Zuvor hatte der Hörfunksender NDR 90,3 über die Entscheidung in Berlin berichtet. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin wollte die Meldung nicht kommentieren. Er wiederholte seine Ankündigung, noch in dieser Woche werde eine Entscheidung fallen. Nach deutlich gestiegenen Reparaturkosten war über eine Stilllegung des Schiffes und einen Neubau diskutiert worden.

„„Es wäre nicht sinnvoll, mitten in den Arbeiten aufzuhören. Ingo Gädechens, CDU

Seit fast 60 Jahren gleitet die „weiße Lady“ (Gädechens) durch die Meere. 1958 wurde das 89 Meter lange Schulschiff mit seinen bis zu 45 Meter hohen Masten bei Blohm+Voss in Hamburg in Dienst gestellt. Die erste Ausbildungsfahrt führte vom Heimathafen Kiel nach Teneriffa. Im Herbst 2015 hieß es „Leinen los“ für die 168. und bisher letzte Ausbildungsfahrt nach Norwegen und Schottland. Als „Botschafter Deutschlands“ auf den Weltmeeren und in den Häfen der Welt hat der Windjammer zudem international Sympathie gefunden. Etwa 15000 Männer und Frauen der Marine – darunter praktisch alle Offiziersanwärter – haben ihre seemännische Basisausbildung auf der Bark absolviert. Schiff und Besatzung legten mehr als 750000 Seemeilen zurück.

Das entspricht etwa 35 Erdumrundungen.

Seit dem 4. Januar 2016 liegt die „Gorch Fock“ in der Bredow Werft in Bremerhaven. Bereits zwölf Millionen Euro sind für Reparaturen geflossen. Am 11. Oktober 2016 habe der Projektleiter die Arbeiten gestoppt, da sich deutliche Kostensteigerungen wegen verdeckter Schäden abzeichneten und keine Klarheit über den Umfang bestand. Zuerst sollte die Instandsetzung knapp 10 Millionen Euro kosten. Der Bedarf erhöhte sich bis zum Instandsetzungsstopp „bereits auf rund 35 Millionen Euro“.

„Es wäre finanziell nicht sinnvoll, mitten in den Arbeiten aufzuhören und die ,Gorch Fock’ auszumustern“, sagte Gädechens. Durch die absehbaren weiteren 15 Jahre Dienstzeit dürfte sich auch die teure Reparatur rechnen, meinte er. Außerdem würde ein Neubau mehrere Jahre dauern, und es müsste dann eine Zwischenlösung geben.

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) hatte die Bedeutung des Schulschiffs für die Ausbildung unterstrichen. Außerdem sei es „ein Symbol, ein Wahrzeichen“ der Marine. „Ich bin immer für die ,Gorch Fock’ gewesen und fände es gut, wenn man sie zu vertretbaren Kosten wieder instandsetzen könnte“, sagte der langjährige Kieler Bundestagsabgeordnete.

LN

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