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Norddeutschland Großeinsatz gegen „Autobahn-Rehe“
Nachrichten Norddeutschland Großeinsatz gegen „Autobahn-Rehe“
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07:12 11.05.2016
Eine Gruppe Rehe in der Nähe von Schlagsdorf (Mecklenburg-Vorpommern), aufgenommen am 27.03.2015. Zur Vertreibung der «Autobahn-Rehe» bei Rostock soll die A20 am 11.05.2016 für bis zu acht Stunden voll gesperrt werden. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Rostock

Für die „Autobahn-Rehe“ von der A 20 bei Rostock soll die Zeit des Grasens an der Schnellstraße heute ein unblutiges Ende finden: Die Tiere, die dort seit Monaten immer wieder das zarte Grün vom Randstreifen zupfen und so den Verkehr gefährden, sollen mit einer Treibjagd ohne den Einsatz von Waffen verscheucht werden. Fast 40 Jäger und Mitarbeiter der Straßenmeisterei sollen nach Angaben des Verkehrsministeriums im Einsatz sein. Die Autobahn soll dazu ab 9 Uhr für bis zu acht Stunden auf etwa 15 Kilometern Länge zwischen den Anschlussstellen Dummerstorf und Sanitz komplett gesperrt werden.

Zunächst sollten die Rehe vor eineinhalb Wochen erlegt werden. Doch dagegen gab es Widerstand aus dem Umweltministerium.

In der Nacht zu gestern sind Wildbiologen mit einer Wärmebildkamera das Autobahnstück abgefahren. Beim Scannen der Böschung stellten sie vier Rehe auf einem drei Kilometer langen Abschnitt fest, sagte eine Sprecherin. In der Nacht zu heute sollte das Scannen wiederholt werden. „Sobald der Standort der Rehe erneut ausgemacht wurde, werden die Zäune im betreffenden Autobahnabschnitt links und rechts auf einer Länge von etwa 40 Metern geöffnet und Fluchtmöglichkeiten in Richtung der Fahrbahn abgesperrt“, erklärte Umweltminister Till Backhaus (SPD) das geplante Vorgehen. Auf diese Weise würden die Tiere entlang des Zaunes aus der Gefahrenzone bis hin zur Öffnung dirigiert, wo sie dann auf das offene Feld entweichen sollen.

Eine 100-prozentige Sicherheit, dass die Tiere nicht an die A 20 zurückkehren, gibt es nach Worten des Ministeriums-Sprechers aber nicht. Schon in der Vergangenheit hatte es Versuche gegeben, die Rehe aus dem Bereich innerhalb des Wildschutzzaunes zu vertreiben. Sie waren jedoch den Zaun entlang bis zur nächsten Anschlussstelle gelaufen und dort wieder auf den Randstreifen gelangt.

LN

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