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Norddeutschland Grünes Licht aus Berlin: „Gorch Fock“ wird saniert
Nachrichten Norddeutschland Grünes Licht aus Berlin: „Gorch Fock“ wird saniert
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21:16 26.01.2017
Das Schiff soll noch bis über 2030 hinaus auf den Meeren segeln. Quelle: Foto: Dpa
Berlin/Kiel

Vielen Stürmen und Unwettern hat die „Gorch Fock“ schon getrotzt, doch zuletzt drohte der Untergang wegen der immer höheren Reparaturkosten. Den hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gestern in Berlin bei einem Pressetermin medienwirksam verhindert. Als Retterin des „Stolzes der Marine“ – einer der vielen Spitznamen der „Gorch Fock“ – verkündete die Politikerin: Das Schiff wird saniert und soll noch über das Jahr 2030 hinaus als Segelschulschiff der Marine dienen.

Die unglaublich hohen Kosten von jetzt 75 Millionen Euro – ursprünglich ging man von knapp zehn Millionen aus – nannte von der Leyen bei ihrem gut einminütigen Auftritt jedoch nicht. Die Summe teilte ein Sprecher ihres Ministeriums mit.

„Mit der ,Gorch Fock’ ist es wie mit einem alten, sanierungsbedürftigen Haus“, sagte von der Leyen. „Wir wollten erst Weniges reparieren, dann haben wir hinter die Planken geguckt, und dann stellt man fest, dass sie grundsaniert werden muss. Bis auf den Kiel muss fast alles ersetzt werden.“ Nach der Grundsanierung werde man wieder ein prachtvolles Segelschulschiff haben.

Die Marine hat immer wieder die Bedeutung des Segelschulschiffes für die seemännische und charakterliche Ausbildung des Offiziersnachwuchses der Marine hervorgehoben. Seit der ersten Ausbildungsfahrt 1959 haben fast 15 000 Männer und Frauen – praktisch alle Offiziersanwärter – auf der „Gorch Fock“ gelernt. Seit fast 60 Jahren gleitet der Dreimaster zudem als maritimer Botschafter Deutschlands durch die Weltmeere, der Zahn der Zeit setzte dem Windjammer aber immer mehr zu. Im Januar 2016 kam das 89 Meter lange Schiff ins Dock in Bremerhaven. Dort wurde nach und nach entdeckt, was alles repariert werden muss: an der Takelage, am Rumpf, das Holzdeck, schließlich müssen auch alle drei Masten ersetzt werden.

Von zunächst kalkulierten knapp zehn Millionen Euro stiegen die Kosten bis Oktober 2016 auf mindestens 35 Millionen Euro. Dann stoppte der Projektleiter die Arbeiten. Es wurde eine Wirtschaftlichkeitsprüfung angestellt. Mögliche Alternativen wie ein Neubau und das Mieten eines Ersatzschiffes als Übergangslösung prüfte das Ministerium. Für die Marine stand der Erhalt der Fähigkeit zur seemännischen Basisausbildung des Führungsnachwuchses im Vordergrund.

Zu der nun beschlossenen Sanierung sagte „Gorch Fock“-Kommandant Nils Brandt gestern: „Die Entscheidung hat bei meiner Besatzung und mir große Erleichterung ausgelöst. Nach langer Zeit der Flaute ist wieder Wind zu spüren, und das tut gut, denn die ,Gorch Fock’ erfüllt einen ganz wesentlichen Auftrag zur Ausbildung unseres Nachwuchses.“

LN

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