Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Günther: Die Nord-CDU muss diskussionsfreudiger werden

Neumünster Günther: Die Nord-CDU muss diskussionsfreudiger werden

Landesparteitag wählte 43-Jährigen mit 81 Prozent zum neuen Vorsitzenden.

Voriger Artikel
Erinnerungen an ein entgangenes Glück
Nächster Artikel
Knapp 9000 Gänse sollen getötet werden

Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (l.) gratulierte Daniel Günther als einer der ersten. FOTO: M. SCHOLZ/DPA

Neumünster. . Daniel Günther ist neuer Landeschef der Nord-CDU. Die Delegierten des Landesparteitags in Neumünster wählten den 43-jährigen Eckernförder gestern mit 81,32 Prozent in sein neues Amt. Zugleich soll Günther die Union als Spitzenkandidat in die Landtagswahl am 7. Mai 2017 führen.

Günther erhielt die Stimmen von 209 der 257 Delegierten, es gab 44 Nein-Stimmen und vier Enthaltungen. Das Ergebnis war mit Spannung erwartet worden, weil der Wahl und dem Parteitag heftige personelle Turbulenzen vorausgegangen waren. So hatte der bisherige CDU-Spitzenkandidat Ingbert Liebing (53) vor gut drei Wochen wegen anhaltend schlechter Umfragewerte hingeschmissen und angekündigt, auch nicht mehr als Landeschef kandidieren zu wollen. Die CDU rangierte in den Umfragen gerade mal bei 26 Prozent.

Liebing verabschiedete sich gestern mit einer langen Rede als Landeschef von den Delegierten. Die Entscheidung zum Rückzug sei ihm nicht leicht gefallen. Er habe zwar Rückhalt in der Partei gespürt, aber das allein habe nicht ausgereicht. Er habe einfach erkennen müssen, dass er an den Grenzen seiner Möglichkeiten angekommen sei und den für den Erfolg notwendigen Mannschaftsgeist nicht habe entwickeln können. Die Delegierten spendeten dem 53-Jährigen am Ende seiner Rede fast zwei Minuten Applaus.

Liebing selbst schlug Günther dem Parteitag als Nachfolger vor. Auch CDU-Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen warf sich für Günther in die Bresche. Die CDU könne froh sein, dass sie in der gegenwärtigen Lage – und im Gegensatz zur SPD – einen Fraktionschef habe, der jetzt diese Aufgabe übernehmen könne. Gleichzeitig mahnte er die Parteimitglieder: „Wenn auch Günther keinen Rückhalt bekommt, wird auch er scheitern.“ Die ganze Geschichte sei ärgerlich. Die CDU müsse jetzt aber zusammenstehen und die Menschen draußen davon überzeugen, dass sie die besseren Konzepte für Schleswig-Holstein habe.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière zum Beispiel hatte als Gastredner der Bundes-CDU zuvor die Länder aufgefordert, mehr Polizisten einzustellen. Der Bund erhöhe sein Personal binnen fünf Jahren um 20 Prozent. Das sei doch eine gute Vorlage für die Länder. Schleswig-Holstein liege mit einer Polizeidichte von 257 Beamten je 100000 Einwohner deutschlandweit nur im unteren Mittelfeld.

Auch Günther kündigte an, die Polizei im Land stärken zu wollen. Darüber hinaus wolle man aber auch in der Bildungspolitik zu alten Werten zurückkehren: „Keine Einheitsschule, keine Einheitslehrer, sondern: Gemeinschaftlich, freiheitlich, leistungsstark“, so Günther. Die CDU wolle „nicht das Abitur für alle, sondern gute Qualität für alle Bildungsabschlüsse“. Die SPD-Grünen-SSW-Regierung jedenfalls regiere das Land deutlich unter Wert. Die CDU müsse zudem auch nach innen wieder diskussionsfreudiger werden. Es solle eine Kultur des „agree to disagree“ geben: „Kontrovers ja, verletzend nein“, sagte er. So werde man sich auch den Populisten im Land entgegenstellen, den „politischen Leichtgewichten“, die derzeit die Diskussion etwa in sozialen Medien vergiften. „Unsere Demokratie, unsere Art zu streiten, dürfen wir uns nicht nehmen lassen von Populisten von rechts- und linksaußen“, wetterte Günther. Man werde ihnen die Grundüberzeugungen entgegenstellen, die alle in der CDU verbinden: „Nächstenliebe, Toleranz, Rede-, Presse- und Meinungsfreiheit, Gleichbehandlung, Rücksicht, ein achtsames Für- und Miteinander, Respekt vor dem, der eine andere Meinung hat.“

Die Delegierten zog Günther damit schon mal auf seine Seite. Zweieinhalb Minuten spendeten sie ihm stehend Beifall. Am Ende bekam Günther dann auch nahezu seinen gesamten Wunschvorstand durch. Der Parteitag wählte Sabine Sütterlin-Waack, Tobias Koch und Tobias Loose zu seinen Stellvertretern, Hans-Jörn Arp und Kristina Herbst zum Schatzmeister und dessen Stellvertreterin. Außerdem schaffte Astrid Damerow den Sprung auf einen Vizechef-Posten.

Wolfram Hammer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Norddeutschland
In Kücknitz ist am Vormittag bei Bauarbeiten auf einem Firmengelände möglicherweise eine Bombe freigelegt worden.
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den September 2017.

Bundestagsparteien haben sich für eine Verlängerung der Wahlperiode von vier auf fünf Jahre ausgesprochen. Eine gute Idee?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.

Tatort-Blitzkritik

Immer sonntags, direkt nach dem Tatort gibt es die Kritik auf LN Online. Reden Sie mit!

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Beltquerung

Politik und Bahn planen die Hinterlandanbindung zur Beltquerung. Alle Infos hier.

Schulen

Wir stellen Ihnen Schulen vor - damit Sie die richtige Wahl für Ihr Kind treffen.