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Norddeutschland Günther auf internationaler Mission
Nachrichten Norddeutschland Günther auf internationaler Mission
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20:10 09.08.2018
Bei der Luftwaffe in Jordanien: Daniel Günther (l.) und Oberst Kristof Conrath. Quelle: Fotos: Staatskanzlei/dpa
Kiel

Der Zentralrat der Muslime und die Union progressiver Juden in Deutschland haben in Auschwitz für mehrere Tage 25 junge Juden und Muslime, darunter auch fünf junge Mitglieder liberaler jüdischer Gemeinden aus Schleswig-Holstein, zusammengebracht. Als Vertreter Deutschlands waren Günther und der thüringische Linken-Ministerpräsident Bodo Ramelow dabei. Sie nahmen in der Gedenkstätte des ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zunächst an einer interreligiösen Feier teil, diskutierten danach mit den jungen Leuten. Allein in Auschwitz hatten die Deutschen in den Jahren des zweiten Weltkriegs bis zu 1,5 Millionen unschuldige Menschen ermordet, zum großen Teil Juden.

Kiels CDU-Ministerpräsident Daniel Günther ist gerade einmal ein Jahr im Amt. Immer mehr übt er sich dennoch schon in der bundespolitischen Rolle. Jetzt standen zwei Auslandstermine an – ein leichterer bei schleswig-holsteinischen Bundeswehrsoldaten in Jordanien, ein schwerer in Auschwitz.

Ziel des Treffens sei es, Wege für ein Miteinander von Juden und Muslimen zu finden, so die Veranstalter. Günther war tief bewegt. „Ich halte es für wichtig, dass sich jeder einmal eine solche Gedenkstätte ansieht, um zu sehen, welche Auswüchse Rassismus haben kann“, sagte der Ministerpräsident nach seinem Besuch. Er glaube, dass das heute allen, die teilgenommen hätten, deutlich geworden sei. Es sei „ein sehr gutes Zeichen, dass Juden, Muslime und Christen diesen Tag heute gemeinsam begangen haben und auch über die Geschehnisse reden können“. Er glaube, dass dies zu einem besseren Miteinander und zu mehr Toleranz führen werde. Deshalb sei es wichtig, dass solche Zusammentreffen verstetigt würden. Kiels CDU-Bildungsministerin Karin Prien, die Günther begleitete, sprach von einem beeindruckenden Projekt.

Schon am Tag zuvor war Günther in einer Auslandsmission unterwegs. In Jordanien sind „Tornado“-Flugzeuge vom schleswig-holsteinischen Standort Jagel stationiert. Sie starten von dort zu Aufklärungsflügen im Kampf gegen die Terrororganisation IS. Am 31. Oktober muss der Bundestag entscheiden, ob ihr Mandat verlängert wird. Günther lobte den Einsatz der Soldaten. Das Lager sei seinem Eindruck nach zudem hervorragend für den Einsatz auch unter den klimatisch schwierigen Bedingungen gewappnet. „Ich habe auch einen ausgesprochen guten Eindruck davon gewonnen, wie gut die Ausbildung der Soldaten ist“, erklärte der Ministerpräsident. Es sei ihm sehr wichtig gewesen, die Soldaten aus Schleswig-Holstein persönlich zu besuchen bei ihrem schweren Einsatz. Nach seinem Eindruck sei die Aufgabe für die Bundeswehr noch nicht erledigt, sagte Günther. Zwar sei der IS nur noch an sehr wenigen Orten präsent. Es gebe aber noch weitere Aufgaben, zum Beispiel bei der Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte.

Günthers Rolle in der Bundespolitik war im unionsinternen Streit um die Asylpolitik gewachsen. Der Ministerpräsident hatte auf einer liberalen Flüchtlingspolitik beharrt und den Kurs von CDU-Kanzlerin Angela Merkel gegen Angriffe von CSU-Chef Horst Seehofer und Bayerns CSU-Ministerpräsident Markus Söder unterstützt. In einer Umfrage zur Zufriedenheit der Bürger mit seiner Arbeit vor wenigen Tagen erzielte Günther dann einen Spitzenwert, Söder hingegen stürzte ab. Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, traut Günther seither zu, auch nach noch Höherem zu streben, nach der CDU-Kanzlerkandidatur nach Merkel etwa. Seine Auslandsauftritte jetzt könnten diesen Anspruch unterstrichen haben.

Von Wolfram Hammer

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