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21:14 27.09.2017
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) traf zunächst mit Dänemarks Regierungschef Lars Løkke Rasmussen in dessen Büro zusammen. Quelle: Fotos: C. Rehder/dpa
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Kopenhagen

Etwas aufgeregt war der Ministerpräsident schon. „Das Staatsoberhaupt eines befreundeten Landes zu treffen, das ist auf jeden Fall was Besonderes“, sagte Günther gestern in Kopenhagen im feinen dunklen Anzug und rot-gestreifter Krawatte. Vielleicht zu vergleichen mit der Papstaudienz im vergangenen Jahr. Zu so einem Termin gehe man schon mit einer gewissen Anspannung, man wolle ja nichts falsch machen. Die Privataudienz bei Margrethe II. im Schloss Amalienborg war Teil des hochkarätig besetzten Besuchsprogramms Günthers bei seiner ersten Auslandsreise als Ministerpräsident.

Motorradeskorte, Privataudienz bei der Königin, Treffen mit Regierungschef und Ministern: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ist bei seinem Besuch in Dänemark fast wie ein Staatsgast empfangen worden. Und trotz Protokoll war es ein entspannter Besuch.

Neben Treffen mit der Königin gab es auch Gespräche mit dem dänischen Regierungschef Lars Løkke Rasmussen und mehreren Ministern. Auf seinem Weg durch die Stadt wurde der Minister von einer Motorradeskorte begleitet.

„Im Prinzip ist das ein Staatsbesuch, den wir hier machen“, sagte Günther. Dies mache ihn stolz und unterstreiche die besonderen Beziehungen, die es seit Jahren zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein gibt. Um diese Beziehungen zwischen dem deutschen Bundesland und dem Königreich drehten sich viele der Gespräche. Dänemarks Regierungschef Rasmussen betonte, das Zusammenleben beider Seiten der Grenze sei beispielhaft. Auch mit der Monarchin unterhielt sich Günther in deren Privaträumen am Kaffeetisch über die Beziehungen zwischen den Nachbarn. Die Königin habe ein ausgesprochen positives Bild von Schleswig-Holstein, sagte er.

Rund 20 Minuten nahm sich die Monarchin Zeit für den Gast aus Deutschland. 20 Minuten, in denen beide sich laut Günther unter anderem über die Bundestagswahl, die royalen verwandtschaftlichen Beziehungen nach Deutschland sowie Martin Luther unterhielten. Das Gespräch war – trotz des strengen Protokolls – entspannt und angenehm, wie der „MP“ später versicherte. Allein die Atmosphäre der beeindruckenden Räumlichkeiten mit dem gediegenen Mobiliar, das „nicht von Ikea“ stamme – „da fühlt man sich einfach wohl“. Die Aufregung sei schnell verflogen. „Wir haben da ganz normal an einem Kaffeetisch zusammengesessen.“ Stocksteif sei es nicht gewesen und „irgendwie traurig, dass es dann zu Ende war. Aber wir haben beide noch Termine.“

Bereits am Vormittag hatte Günther den dänischen Regierungschef Rasmussen getroffen. In diesem Gespräch sei vereinbart worden, bei wichtigen Themen der Verkehrspolitik aber auch in den Bereichen Gesundheit und Bildung den Austausch voranzutreiben, sagte Günther. Später traf er gemeinsam mit Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) den dänischen Transportminister Ole Birk Olesen. Die Politiker aus Schleswig-Holstein dringen auf einen schnellstmöglichen sechsspurigen Ausbau der A 7 vom Bordesholmer Dreieck bis an die dänische Grenze. Dies sei nur konsequent, da das Ersatzbauwerk für die Rader Hochbrücke im Zuge der A 7 über den Nord-Ostsee-Kanal nun doch sechsspurig gebaut werden solle, so Günther. Dieser Teilabschnitt der Autobahn solle so bald wie möglich in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden.

Ein weiteres Thema war die feste Fehmarnbeltquerung. Günther versicherte Olesen wie zuvor dem dänischen Regierungschef Lars Løkke Rasmussen, dass alles getan werde, damit das Projekt zügig voranschreite. Er bekräftige die Absicht, Mitte 2018 einen Planfeststellungsbeschluss vorlegen und 2020 mit dem Bau der Hinterlandanbindung beginnen zu wollen.

Von Birgitta von Gyldenfeldt

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