Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland HWWI-Chef Straubhaar warnt vor Abschaffung des Euro
Nachrichten Norddeutschland HWWI-Chef Straubhaar warnt vor Abschaffung des Euro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:16 18.04.2013
Direktor des HWWI, Thomas Straubhaar. Foto: Daniel Reinhardt/Archiv
Hamburg

„Eine Renationalisierung würde Europa um Jahre zurückwerfen“, sagte Straubhaar am Mittwoch in Hamburg. Er stellte eine Studie zur Zukunft des Euro im globalen Währungssystem vor, die die Hamburger Sparkasse beim HWWI in Auftrag gegeben hatte. Der Euro sei besonders für einen Außenhandelsstandort wie Hamburg von immenser Bedeutung, sagte der Wissenschaftler. Durch den Euro könnten deutsche Unternehmen Milliarden im täglichen internationalen Zahlungsverkehr sparen.

„Inflationsängste verstehe ich, aber mein Kopf gibt mir keine Rechtfertigung dafür“, sagte Straubhaar. Seit 2008 sei die Geldmenge in Deutschland ausgeweitet worden, zu ausufernden Preissteigerungen aber nicht gekommen. Im März 2013 lagen die Verbraucherpreise 1,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Starke Inflation entstehe, wenn die Lohnkosten-Preis-Spirale angekurbelt werde, ergänzte der Wissenschaftler. Die Löhne in Europa - abgesehen von Deutschland - gingen teilweise nach unten. Und steigende Kosten seien im globalen Wettbewerb nicht einfach auf die Preise aufzuschlagen.

Realität sei heute eine Weltwirtschaftslehre, sagte Straubhaar - mit einem Seitenhieb auf den Hamburger Volkswirtschaftler und Parteichef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke. Die neue Partei fordert eine „geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes“. Euro-Kritiker unterschätzten die Transaktionskosten im Zahlungsverkehr. Selbst wenn solche Kosten - konservativ gerechnet - nur ein bis zwei Prozent ausmachten, sparten deutsche Unternehmen im internationalen Handel jährlich rund 30 Milliarden Euro. In der Euro-Zone entfielen Wechselkursschwankungen, die folglich auch nicht mehr abgesichert werden müssten.

Außerdem sei in größeren Währungsräumen ein niedrigeres Zinsniveau möglich, bilanzierte Straubhaar. „Die Einführung des Euro hat uns international stark gemacht. Das hat uns auch reich gemacht.“ In einer Weltwirtschaft mit den USA und China als Global Player könne Europa mit dem Euro als global wichtige Währung bei vielen wirtschaftlich, politisch und geopolitisch Zukunftsfragen mit hoher Sicherheit eine maßgeblichere Rolle spielen als ohne eigene Währung, heißt es in der Studie.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein 52-jähriger Lübecker, dem das Geld ausgegangen war, hat kurzerhand selbst für Nachschub gesorgt und Falschgeld hergestellt. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Ermittler gefälschte Banknoten im Nennwert von 750 Euro, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) am Mittwoch sagte.

18.04.2013

Ein 46 Jahre alter Elektriker ist bei einem Unfall am Skandinavienkai in Lübeck-Travemünde schwer verletzt worden. Der Mann habe am Dienstag einen Containerkran gewartet, berichtete die Wasserschutzpolizei am Mittwoch.

18.04.2013

Mit der Gründung eines neuen Forschungs- und Ausbildungskollegs wollen das Forschungszentrum Desy und die Universität Hamburg ihre Zusammenarbeit ausbauen. Das neue Wolfgang-Pauli-Centre (WPC) für theoretische Physik solle die traditionsreiche Kooperation in der theoretischen Hochenergiephysik unter anderem auf die Gebiete der Festkörperphysik und Quantenoptik ausdehnen, teilten beide Institutionen am Mittwoch mit.

18.04.2013