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Norddeutschland Habeck: Mehr Kühe auf die Weide
Nachrichten Norddeutschland Habeck: Mehr Kühe auf die Weide
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21:18 22.06.2016
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Berlin

Im Norden sollen künftig mehr Kühe im Freien grasen, statt im Stall gefüttert zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist Schleswig-Holstein, vertreten durch Landwirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck (Grüne), der in Niedersachsen entwickelten Charta „Weideland Norddeutschland“ beigetreten. Der Chef des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen, Arno Krause, nahm die Beitrittserklärung in der Landesvertretung Schleswig-Holstein in Berlin entgegen.

Die traditionelle Weidehaltung habe im Zuge des Strukturwandels in der Landwirtschaft immer weiter abgenommen. Das Futter komme zu den Tieren, die Tiere nicht mehr zum Futter. Das gelte vor allem für größere Milchviehbetriebe mit Kühen, die auf Hochleistung von 13000 bis 15 000 Liter pro Jahr getrimmt wurden und mit Kraftfutter versorgt werden müssen. „Hier müssen wir gegensteuern“, erklärte Minister Habeck. Die derzeitige Milchkrise zeige, dass das jetzige System der Milchproduktion „heiß gelaufen“ sei. Die Weidehaltung könne ein Ansatz sein, die Produktionsvielfalt zu fördern und dazu beizutragen, dass weniger, aber hochwertiger produziert werde, meinte der Grünen-Politiker.

Die Weidehaltung sei aus mehreren Gründen sinnvoll: Sie diene dem Tierwohl, helfe, Grünland zu erhalten und wirke dem Rückgang der Artenvielfalt entgegen. Zugleich könne sie für die Landwirte ein neues Standbein bei der Vermarktung sein. Krause kündigte an, ab Ende 2016 könnte „Weidemilch“ aus dem Norden unter einem eigenen Label auf den Markt gebracht werden. Langfristig soll es für die Milch von weidenden Kühen – angepeilt werden 120 Tage im Jahr, jeweils sechs Stunden im Grünen – etwa fünf Cent mehr gegenüber konventionell erzeugter Milch geben. In Niedersachsen haben sich, neben Umwelt-, Natur- und Tierschutzorganisationen, dem Bund Deutscher Milchviehalter oder der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft, auch Molkereien der Weideland-Charta angeschlossen.

Reinhard Zweigler

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