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Norddeutschland Habeck im Wald: Schäden wie im Hollywoodfilm
Nachrichten Norddeutschland Habeck im Wald: Schäden wie im Hollywoodfilm
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22:24 05.11.2013
Die Aufräumarbeiten in Schleswig-Holsteins Wäldern wie hier bei Tetenhusen dürften sich noch bis kommenden März hinziehen. Quelle: dpa
Kropp

Bis die Sturmschäden von Orkantief „Christian“ in Schleswig-Holsteins Wäldern beseitigt sind, wird es noch Monate dauern. Die groben Aufräumarbeiten dürften noch bis März weitergehen, sagte der Direktor der Landesforsten, Tim Scherer, bei Kropp (Kreis Schleswig-Flensburg). Scherer besuchte mit Forstminister Robert Habeck (Grüne) das Revier Brekendorf mit 1492 Hektar Fläche. Es ist eines der am stärksten betroffenen Reviere im Land. Allein hier hat „Christian“ rund 30 000 Festmeter Holz umgelegt. Das entspricht dem Vier- bis Fünffachen des regulären Jahreseinschlags. In ganz Schleswig-Holstein war so viel Holz wie sonst in einem Jahr von „Christian“ umgelegt worden — mit einem Verkaufswert von mehr als 20 Millionen Euro.

Ein riesiger sogenannter Holzvollernter fräste sich gestern durchs Gelände. Er schnitt instabile Bäume ab und schredderte anschließend die Äste von den Stämmen. In der Nähe arbeiteten Männer mit Motorsägen. Sie sägten die herumliegenden Stämme und dicken Äste durch — mit großer Umsicht und nach einer speziellen Schulung. Denn die Arbeit im sturmverwüsteten Wald ist lebensgefährlich, erklärte Scherer. Die Stämme stehen unter großer Spannung, wenn sie von einem anderen Stamm eingeklemmt sind. So kann es vorkommen, dass ein Baumstück meterweit mit Wucht nach oben schnellt.

Spaziergänger dürfen die Wälder in den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg einschließlich der Stadt Flensburg sowie im Kreis Rendsburg-Eckernförde (nördlich des Nord-Ostsee-Kanals) weiterhin nicht betreten. Die Forst-Experten warnen weiterhin auch in Wäldern, in denen kein Betretungsverbot herrscht, vor dem Begehen. In dem Waldstück bei Kropp wachsen vor allem Lärchen und Fichten. Sie sind bei dem Orkan wie Dominosteine gekippt. Nadelbäume sind anfälliger, sie fallen schneller um als Laubbäume, erklärte Scherer. Um die Wälder gegen Sturm und andere Naturgewalten stabiler zu machen, werden in Brekendorf und auch in anderen Revieren kleine Laubbäume zwischen die Nadelbäume gepflanzt. Diese Arbeit hat der Sturm jetzt zunichte gemacht, sagte Habeck. Jetzt müsse man abwarten, wie viele der Bäumchen überlebt haben.

„Ich muss staunen ob der Gewalt, die hier durchgegangen ist“, sagte der Minister. So etwas sehe man sonst nur in Hollywoodfilmen, wenn ein Flugzeug über einem Wald abstürze. Das sei ein unkontrollierter Kahlschlag, der ausgeglichen werden müsse. Scherer kündigte an, dass alle betroffenen Flächen wieder aufgeforstet werden sollen.

LN

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