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Händler setzen auf Blumen aus der Region

Bargteheide Händler setzen auf Blumen aus der Region

Ein neues Netzwerk will den Absatz heimischer Pflanzen fördern und kleine Gärtnereien im Norden stärken.

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Kai Jentsch präsentiert im Gewächshaus eine Kiste voller Tulpen. Sie sind in Bargteheide gesetzt und gezogen worden.

Bargteheide/Lübeck. Tulpen müssen nicht immer aus Amsterdam kommen. Gartenbaubetriebe in Schleswig-Holstein setzen wieder verstärkt auf selbst gezogene Pflanzen. „Damit können wir Einfluss auf Sorten und Qualität nehmen“, betont Floristmeister Kai Jentsch. In seiner Gärtnerei in Bargteheide (Kreis Stormarn) baut er jedes Jahr 50000 Tulpen selbst an — bis zu 40 verschiedene Sorten, von einfach bis gefüllt oder auch ausgefranst wie die flippige „Curly Sue“.

 

LN-Bild

Floristmeisterin Birte Jentsch stellt eine Pflanzschale mit selbst gezogenen Primeln zusammen.

Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
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Claus Heller, Präsident der Landwirtschaftskammer, gab den Startschuss fürs Saisonblumengeschäft.

Quelle:
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Floristmeisterin Birte Jentsch stellt eine Pflanzschale mit selbst gezogenen Primeln zusammen.

Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen

Jentschs Favorit ist allerdings die leuchtend rot blühende „Spring“. „Das ist ein Produkt, das lebt“, schwärmt der 47-Jährige. „Die Blütenblätter der Tulpe gehen abends zu und morgens wieder weit auf.“ Das mögen auch die Kunden. Im Großhandel sei die Tulpe aber aufgrund ihrer Eigenschaften schwer handelbar, berichtet Jentsch. Um die Vielfalt des deutschen Gartenbaus zu erhalten, haben sich Gärtner aus dem Hamburger Umland zum Netzwerk nordfreun.de zusammengeschlossen. Sie wollen den Absatz heimischer Pflanzen fördern. Unterstützt werden sie dabei von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

„Wir registrieren ein wachsendes Interesse an Produkten direkt aus der Region“, sagte der Präsident der Landwirtschaftskammer, Claus Heller, gestern zur Eröffnung der Frühlingsblumen-Saison.

Saisonpflanzen seien die Stärke der heimischem Gärtnereien. Verbraucher sollten gezielt nach Ware aus der Region fragen. In Schleswig-Holstein wachsen jedes Jahr mehr als fünf Millionen Stiefmütterchen, Duft- und Hornveilchen heran, dazu knapp zwei Millionen Primeln und weitere Frühjahrsblüher wie Ranunkel, Belli, Narzissen und die grazil gemusterte Schachbrettblume.

„Die Kleingärtner im Norden haben schöne individuelle Pflanzen. Das kann kein Holland-Lieferant abdecken“, meint Elke Erdmann, Inhaberin des Blumengeschäftes „Blumen Land“ in Lübeck. Auch sie gehört dem neu gegründeten Netzwerk an. „Wir wollen Regionalität in den Fokus rücken und kleinere Gärtnereien erhalten und stärken“, sagt sie. Dabei gehe es auch um den Erhalt von Kulturlandschaft, betont Jentsch als Vorsitzender der Initiative.

Das Netzwerk hat bisher knapp 50 Mitglieder, darunter Gärtnereien und Blumengeschäfte in Hamburg, aber auch in Ratzeburg, Timmendorfer Strand, Kiel, Wismar und Lüneburg. Derzeit wird ein Kriterienkatalog mit Zertifizierungsbedingungen für Betriebe erarbeitet. Zugleich sollen die Transportwege transparenter werden, „so dass der Endverbraucher sehen kann, wo genau eine Pflanze erzeugt worden ist“, sagt Jentsch. Ziel sei es, überwiegend Pflanzen anzubieten, die mindestens 80 Prozent ihrer Zeit in der Region verbracht haben.

Davon kann auch der Kunde profitieren. So wird die Tulpe in der Gärtnerei Jentsch schonend kultiviert. „Wir treiben sie nur bei 16 bis 17 Grad an“, sagt der Chef. Das mache sie stabiler und länger haltbar. „Ich bin hier entspannt aufgewachsen — perfektes Klima, kein Transportstress“, ist auf Schildern im vorderen Bereich des Betriebes bei den Schnittblumen zu lesen. Verkauft werden auch dicke, fröhliche Tulpensträuße mitsamt Zwiebeln. Das sieht in flachen Glasvasen nicht nur attraktiv aus, sondern garantiert noch ein paar Tage mehr Haltbarkeit. „Und später kann man die Zwiebeln auch noch in den Garten setzen“, erklärt Jentsch, der den Betrieb 1997 zusammen mit seiner Frau Birte von den Eltern übernommen hat. In den vergangenen Jahren ist es ihnen gelungen, den CO2

-Ausstoß um 95 Prozent zu verringern.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer ist das Saisonblumengeschäft die wichtigste Einnahmequelle der meisten Gärtnereien. Viele Betriebe machten in den vier Monaten von März bis Juni rund 60

Prozent ihres Jahresumsatzes, so Präsident Claus Heller.

Mehr über Tulpen auf Seite V

Gartenbau in Zahlen

139 Betriebe im Blumen- und Zierpflanzenbau gibt es in Schleswig-Holstein. Sie haben zusammen 478000 Quadratmeter Gewächshausfläche. Der Jahresumsatz wird mit etwa 100 Millionen Euro angegeben. Nach Auskunft der Landwirtschaftskammer werden im Land pro Person etwa 30 Euro für Saisonpflanzen ausgegeben.

Im nördlichsten Bundesland sind zudem 400 Baumschulen sowie 670 Garten- und Landschaftsbau-Betriebe registriert.

Von Julia Paulat

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