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Norddeutschland Haft gefordert nach Betrug mit Kontrastmittel
Nachrichten Norddeutschland Haft gefordert nach Betrug mit Kontrastmittel
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14:44 25.07.2016

. Im Hamburger Prozess um einen angeblichen Millionenbetrug bei der Abrechnung von Röntgenkontrastmitteln hat die Staatsanwaltschaft gestern lange Haftstrafen gefordert. Ein ehemaliger Geschäftsführer (59) der inzwischen insolventen Radiologie-Gesellschaft Hanserad soll für sieben Jahre ins Gefängnis. Für einen mitangeklagten Apotheker (67) beantragte der Staatsanwalt acht Jahre Haft.

Sie sollen zusammen mit dem flüchtigen Ex-Chef von Hanserad die Krankenkassen um mehr als 34 Millionen Euro geschädigt haben. Die Gesellschaft des Radiologen soll in großen Mengen Röntgenkontrastmittel beim Arzneimittelgroßhandel des Apothekers gekauft und die Mittel in Einzeldosen abgerechnet haben. Der Großteil des Rabattgewinns floss nach Angaben der Staatsanwaltschaft über Tarnfirmen an Hanserad.

Der Radiologe hält sich nach Vermutung der Ermittler in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf. Die Verteidiger im Prozess vor dem Hamburger Landgericht hatten beantragt, ihn als Entlastungszeugen zu hören. Das Gericht hatte dem mit Haftbefehl gesuchten Radiologen freies Geleit angeboten. Doch er machte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Als der ehemalige Geschäftsführer 2010 zu Hanserad kam, sei die Firma schon praktisch insolvent gewesen, erklärte der Staatsanwalt. Einem Jahresumsatz von zehn Millionen Euro standen 23 Millionen Schulden gegenüber. In dieser Situation hätten die Angeklagten zusammen mit dem Radiologen das Betrugsmodell aufgebaut. Als strafmildernd wertete die Staatsanwaltschaft das Verhalten der Krankenkassen, die „sehr schwerfällig und erst mit großer Verzögerung reagiert haben“ und fast zum Betrug eingeladen hätten. Am 15. August will die Verteidigung mit ihren Plädoyers beginnen.

LN

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