Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Haftstrafe für Kinox.to-Betreiber
Nachrichten Norddeutschland Haftstrafe für Kinox.to-Betreiber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:54 16.12.2015
Quelle: dpa

Ein in Timmendorfer Strand aufgewachsener Mitbetreiber des illegalen Streaming-Portals Kinox.to muss für drei Jahre und vier Monate in Haft.

Das Landgericht Leipzig sprach den 29-jährigen Arvit O. jetzt der tausendfachen Urheberrechtsverletzung und der Computersabotage schuldig. Die für die Staatsanwaltschaft als Drahtzieher geltenden Brüder Kreshnik und Kastriot Selimi aus Pansdorf (Ostholstein) werden weiter per Haftbefehl gesucht.

Das Urteil gegen Arvit O. sei auf der Grundlage einer Verständigung gefallen, sagte ein Gerichtssprecher. Der 29-Jährige habe im Prozess ein Geständnis abgelegt. Angaben über die Selimi-Brüder, die sich seit mehr als einem Jahr an einem unbekannten Ort versteckt halten, machte O. in der Verhandlung jedoch nicht.

Kinox.to ist das Nachfolgeportal des bereits 2011 abgeschalteten Kino.to, an dem Arvit O. ebenfalls beteiligt war. Nach dem Auffliegen des Portals habe er laut den Ermittlern eine Sicherheitskopie beschafft. Daraus programmierten die Macher den Klon Kinox.to. Dass die Seite praktisch genauso aussieht wie das abgeschaltete Kino.to, dürfte zu ihrem Erfolg beigetragen haben. Die Nutzer blieben dem Portal treu — und die Drahtzieher konnten hohe Werbeeinnahmen generieren. Das Portal verlinkt massenhaft illegale Kopien aktueller Filme und Serien. Es ist noch immer im Netz, weil den Ermittlern die Passwörter fehlen.

Die wähnen Staatsanwaltschaft und die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) im Besitz der Selimi-Brüder. Deren Lübecker Anwalt Stefan Tripmaker bestreitet das: „Meine Mandanten könnten das Portal gar nicht abschalten, weil sie nicht die Drahtzieher sind, wie sie auch mir gegenüber immer wieder versichert haben.“ Dass sie sich dennoch nicht den Behörden stellten, liege an ihrem fehlenden Vertrauen in den Rechtsstaat. Nach den brachialen Durchsuchungsaktionen im Haus der Familie in Pansdorf glaubten beide nicht mehr, dass ihnen ein faires Verfahren zuteil werden wird, erklärt Tripmaker die Gründe für ihre Flucht. Von dem seinen Mandaten unterstellten Millionenvermögen könne ebenfalls keine Rede sein. Beide hätten bei ihren Eltern noch in den Kindernzimmern gelebt. „Zu den Treffen mit mir sind sie mit dem Bus gekommen“, sagt Tripmaker. Sportwagen oder dergleichen hätten sie nicht besessen.

Auch Arvit O. belastete im Leipziger Prozess nicht die Selimis, sondern eine namentlich nicht genannte „weitere Person“, die sich bei Kinox.to hineingedrängt und im Laufe der Zeit die Kontrolle übernommen habe. Nach Einschätzung der GVU habe O. aus Angst vor dieser Person vor Gericht keine weiteren Angaben dazu gemacht. Auch ein weiterer Zeuge habe deshalb ein Erscheinen vor Gericht abgelehnt.

Oliver Vogt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bundesweit gibt es mehrere Hundert Fälle - jetzt hat es auch den Norden erwischt: In der Sparkasse Holstein in Reinbek wurde ein Geldautomat in die Luft gejagt. Er wurde zwar schwer beschädigt, aber an die Geldkassette kamen die „Panzerknacker“ nicht heran. Sind da Serientäter am Werk?

16.12.2015

Dänemarks Regierungschef Lars Løkke Rasmussen hat vor den Folgen der in Schweden geplanten Passkontrollen an der schwedisch-dänischen Grenze gewarnt. „Es kann sein, dass wir dann zu Grenzkontrollen an der Grenze zu Deutschland gezwungen sind“, sagte Løkke Rasmussen am Dienstag im Parlament.

15.12.2015

Ein 29-Jähriger aus Timmendorfer Strand ist als Mitbetreiber des illegalen Streaming-Portals Kinox.to zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Unterdessen wird offenbar immer noch nach einem Brüderpaar aus Pansdorf (Ostholstein) gesucht. Die beiden gelten als Betreiber des Portals.

15.12.2015
Anzeige