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Norddeutschland Haftstrafe für Tüv-Fälscher
Nachrichten Norddeutschland Haftstrafe für Tüv-Fälscher
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20:10 06.07.2017
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Flensburg

. Ein Tüv-Fälscher ist vom Landgericht Flensburg in zweiter Instanz zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verurteilt worden. Acht Monate gelten wegen der langen Verfahrensdauer bereits als vollstreckt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 50-Jährige zwischen 2006 und 2011 in 120 Fällen Haupt- und Abgasuntersuchungen für Autos von verschiedenen Prüforganisationen gefälscht hat. „Die Fälschungen betreffen einen ganz sensiblen Bereich“, sagte der Vorsitzende Richter:

„Nämlich die Sicherheit der Straßenverkehrs“. Die zumindest abstrakte Gefährdung von Menschen habe bestanden. Das müsse dem Angeklagten bewusst gewesen sein.

Der Angeklagte war im Februar 2016 vom Amtsgericht Schleswig wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung in 120 Fällen zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden, wovon sechs Monate bereits als vollstreckt galten. Gegen das Urteil hatte er Berufung eingelegt. Die Höhe der Strafe wurde durch die Entscheidung des Landgerichts korrigiert. In den anderen Punkten bleibt das Urteil aufrecht erhalten.

Der Angeklagte war nach Überzeugung des Gerichts bei seinen Taten planvoll vorgegangen. So habe er, um nicht entdeckt zu werden, Aufträge ausschließlich über Mittelsmänner abgewickelt. Auch habe er beim Fälschen Handschuhe getragen, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Zudem habe er einen „enormen Aufwand“ betrieben, um die Fälschungen echt aussehen zu lassen. Der Unterschied zum Original war für Laien praktisch nicht erkennbar. Pro gefälschter Untersuchung soll er bis zu 120 Euro erhalten haben.

Ob und wie er dieses Geld mit Komplizen geteilt hat, konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Sicher ist für das Landgericht aber, dass der 50-Jährige die „Zentralgestalt des Geschehens“

war. Strafmildernd wurde ein Geständnis des Angeklagten gewertet.

LN

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