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Norddeutschland Hamburg ist genervt vom Herzogtum
Nachrichten Norddeutschland Hamburg ist genervt vom Herzogtum
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00:00 23.10.2012
Herzogtum Lauenburg

Nach dem Streit um die Husumer Windenergiemesse gibt es neue Misstöne zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Hamburger Wirtschaftsbehörde wirft dem Kreis Herzogtum Lauenburg vor, mit seiner groß angelegten Werbekampagne gezielt Unternehmen aus Hamburg abwerben zu wollen. Dass die Lauenburger dabei auch mit dem Logo der „Metropolregion Hamburg“ werben, nervt die Hanseaten ganz besonders.

Hintergrund ist eine bereits 2009 gestartete Plakat- und Anzeigenkampagne der Lauenburger Wirtschaftsförderung. Mit flotten Slogans wie „Hier wird der Fiskus zum Fisküsschen“ oder „Der perfekte Standort für Unternehmer und Unternehmer“ versucht der Kreis, sich als Gewerbestandort in Szene zu setzen. Erschienen sind die Anzeigen in großen Hamburger Zeitungen, riesengroß wurden sie am Flughafen Fuhlsbüttel sowie am Hauptbahnhof plakatiert.

Die Wirtschaftsbehörde reagiert verschnupft. „Das ist gegen den Geist der Zusammenarbeit“, kritisiert Helma Krstanoski, Sprecherin des Hamburger Wirtschaftssenators Frank Horch (parteilos), die Aktion. Statt gemeinsam mit der Sparkasse 750 000 Euro für eine solche Werbeaktion auszugeben, solle der Kreis „das Geld lieber für nationale und internationale Firmenakquise ausgeben“, heißt es von der Elbe. Auf einen solchen Vorschlag habe es aus Schleswig-Holstein aber „nicht einmal eine Antwort gegeben“, klagt Krstanoski.

Im Lauenburgischen ist man sich keiner Schuld bewusst: „Es ist ja nicht so, dass wir Raubrittertum betreiben“, sagt Gerd Krämer, Landrat im Kreis Herzogtum Lauenburg. „Wir fokussieren uns darauf, den Kreis bekanntzumachen – und das ist ja wohl legitim.“ Mit ihm habe zudem niemand das Gespräch gesucht. „Davon weiß ich nichts. Aber wer mich anspricht, der bekommt immer auch eine Antwort.“

Auch Werner Hesse, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung im Kreis Herzogtum Lauenburg, will sich den schwarzen Peter vom Elbnachbarn nicht zuschieben lassen. Man wolle sich einzig und allein in der Metropolregion als Wirtschaftsstandort bekannt machen. „Denn wir als Kreis haben von der Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein noch gar nichts gehabt“, sagt Hesse. Das ganze sei ein „Schnackverein“. Um die Ansiedlung neuer Unternehmen müsse der Kreis aber selbst kämpfen. „Zudem gehen diese ja auch den umgekehrten Weg“, ergänzt Hesse. So habe die Firma Galab mit 100 Mitarbeitern erst Anfang des Jahres ihren Sitz von Geesthacht nach Hamburg-Bergedorf verlegt.

Aus Kiel kommt indes keine Rückendeckung für Lauenburg. „Diese Art der Abwerbung passt nicht zu einer gemeinsamen Vermarktung der Region und läuft auch einer vor kurzem geschlossenen Kooperationsvereinbarung zuwider“, sagt Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Statt sich gegenseitig „die Butter vom Brot zu nehmen“, müsse es das Ziel sein, Firmen von außen anzusiedeln – „und zwar unabhängig von der Frage, ob dies auf schleswig-holsteinischem oder auf Hamburger Boden passiert“.

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