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Norddeutschland Hamburgs Uni-Präsident kritisiert Trend zu G9
Nachrichten Norddeutschland Hamburgs Uni-Präsident kritisiert Trend zu G9
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20:13 02.08.2017
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Hamburg

Die Abkehr vieler Bundesländer vom „Turbo-Abitur“ nach nur zwölf Schuljahren wieder hin zum neunjährigen Gymnasium (G9) ist nach Ansicht des Vorsitzenden des Aktionsrates Bildung, Dieter Lenzen, der falsche Weg. „Ich würde der Bildungspolitik empfehlen, nun nicht nach so kurzer Zeit wieder zurückzukehren zu G9, sondern dem G8-Modell eine Chance zu geben“, sagte der Präsident der Uni Hamburg.

Dieter Lenzen. Quelle: Foto: Dpa

Seine Forderung: Das durch die Verkürzung der Schulzeit gewonnene Jahr sollte für eine Verlängerung des Bachelor-Studiums von sechs auf acht Semester genutzt werden, so dass es eine einjährige Orientierungsphase für die Studienwahl enthalte.

Warum hat G8 in Deutschland so ein Imageproblem? „Das ist die Unterstellung der Politik, dass Eltern – und das sind ja die Wähler – es bevorzugen, wenn die Kinder länger in einer abhängigen Lernphase sind“, kritisierte der 69 Jahre alte Erziehungswissenschaftler. „Wir haben in Deutschland – das ist eine lange reformpädagogische Tradition, die in das 19. Jahrhundert zurückreicht – die Idee von dem Schonraum Kindheit.“ Eltern neigten dazu, diesen möglichst groß zu machen. Lenzen plädiert für ein dem Studium vorgeschaltetes Jahr, das allgemeinbildende Inhalte bieten soll. Das sei auch wichtig, weil die Studierenden heutzutage sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbrächten. In dem Orientierungsjahr könnten die Studierenden zudem herausfinden, welchen Beruf sie einmal ergreifen möchten und was sie am besten dafür studieren sollten.

LN

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