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Norddeutschland Harte Strafen für Juwelenräuber
Nachrichten Norddeutschland Harte Strafen für Juwelenräuber
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21:14 19.07.2016
Verurteilt: Einer der angeklagten Litauer versteckt sein Gesicht.
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Schleswig

Es war einer der spektakulärsten und aufwändigsten Strafprozesse der schleswig-holsteinischen Justizgeschichte: Nach achteinhalbmonatiger Verhandlung verkündete die 7. Große Strafkammer des Kieler Landgerichts gestern das Urteil gegen elf Angeklagte aus Litauen. Den 23- bis 41-Jährigen wurden Raubüberfälle auf ein Kieler Pfandleihhaus und Juweliere in Düsseldorf und München vorgeworfen. Gegen acht Angeklagte verhängte die Kammer Freiheitsstrafen von maximal zehn Jahren wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung sowie der Verabredung zum Raub in München, den die Polizei im letzten Moment verhinderte. Laut Urteil hatten die Täter zwischen August und Oktober 2014 in Kiel und Düsseldorf Schmuck im Gesamtwert von 331

000 Euro erbeutet.

Die härteste Strafe von zehn Jahren trifft den Hauptangeklagten Ramunas P. (38). Der auffallend kräftige, mehrfach vorbestrafte Mann wurde nicht nur wegen besonders schweren Raubes, sondern auch wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen verurteilt: Sowohl in Kiel als auch in Düsseldorf hatte P. den jeweils einzigen Mitarbeiter der überfallenen Läden brutal zu Boden gestreckt.

Dem Düsseldorfer Juwelier habe Ramunas P. mindestens vier Fußtritte gegen den Kopf versetzt, sagte der Vorsitzende Carsten Tepp in der vierstündigen Urteilsbegründung. Das lebensgefährlich verletzte Opfer sei bis heute traumatisiert. P. und seine Mittäter hatten am 9. Oktober 2014 auch den Angestellten des Kieler Pfandhauses an Händen und Füßen mit Kabelbindern gefesselt zurückgelassen.

Die Schuldsprüche beruhen teilweise auf belastenden Aussagen des Kronzeugen Vilmantas K. (23), der dank seines frühen Geständnisses mit drei Jahren Haft davonkam. Neben Handyverbindungen, abgehörten Telefonaten, DNA-Spuren und Überwachungsvideos werteten die Fahnder auch das Navi eines Flucht-Pkws aus. So ließ sich der Weg der Pfandhausräuber in einem Berliner Golf Kombi nach Kiel auf die Minute genau bis zu einzelnen Tankstopps, Hotelaufenthalten und Parkplätzen rekonstruieren.

Ein Angeklagter wurde wegen Diebstahls zu einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Zwei weitere Männer hatte das Gericht, das aus Platz- und Sicherheitsgründen im Oberverwaltungsgericht (Schleswig) verhandelte, im Mai mangels hinreichenden Tatverdachts auf freien Fuß gesetzt. Sie wurden freigesprochen und haben jetzt Anspruch auf Entschädigung für bis zu 18 Monate zu Unrecht erlittene U-Haft. Das Verfahren gegen einen zwölften Litauer, der im April wegen Gefangenenmeuterei in der JVA Lübeck verurteilt worden war, läuft separat weiter. gey

LN

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