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Norddeutschland Heiligendamm: Hotel-Übergabe an neue Eigentümer abgesagt
Nachrichten Norddeutschland Heiligendamm: Hotel-Übergabe an neue Eigentümer abgesagt
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21:21 01.07.2013
Das Grand Hotel musste Anfang 2012 Insolvenz anmelden. Nun ist seine Zukunft erneut ungewiss. Quelle: Fotos: Grand Hotel Heiligendamm, Roeßler

Die Zitterpartie um das bekannteste Luxushotel Mecklenburg-Vorpommerns dauert an: Der Verkauf des insolventen Grand Hotels in Heiligendamm (Landkreis Rostock) an eine Berliner Investoren-Gruppe steht auf der Kippe. Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum bestätigte den Lübecker Nachrichten, dass er die für gestern angesetzte offizielle Übergabe an die neuen Eigner abgesagt hat —, weil bis Sonntagabend noch nicht ein Euro des vereinbarten Kaufpreises gezahlt worden war. Für heute hat Zumbaum eine Betriebsversammlung angesetzt.

„Noch ist kein Geld bei mir eingegangen“, sagte Zumbaum am Abend. Spätestens bis gestern um Mitternacht hätte eine Anzahlung geleistet werden müssen. Zur Höhe machte Zumbaum keine Angaben. Nach LN-Informationen geht es um 2,5 Millionen Euro, die am 1. Juli fällig sind. „Die Gegenseite bestreitet, dass bis zu diesem Termin eine Anzahlung geleistet werden muss“, so Zumbaum. Für die Zahlungen der restlichen 27 Millionen Euro des Kaufpreises hätten die Berliner noch eine weitere Woche Zeit. „Ich musste die Übergabe verschieben. Ein Betriebsübergang in allerletzter Minute ist immer unglücklich.“ Zumbaum: „Bevor nicht gezahlt wurde, wird es keine Übergabe geben.“

Das Grand Hotel hatte Anfang 2012 Insolvenz anmelden müssen. Es gehörte zuvor einem Immobilienfonds, der von Heiligendamm-Investor Anno August Jagdfeld aufgelegt worden war. Mitte Mai hatte Insolvenzverwalter Zumbaum dann die Käufer für das einstige G8-Hotel am Ostseestrand vorgestellt: Ein Konsortium — bestehend aus der De&De Holding GmbH und der Palladio AG aus Berlin — will das Fünf-Sterne-Plus-Haus übernehmen. Michael Stehr, Vorstandschef der Palladio AG, Sprecher der Investoren, hatte bei der Vorstellung verkündet, dass Geldgeber aus der Türkei hinter der Übernahme stünden.

Am Sonntagabend sei Zumbaum erneut versichert worden, dass die Käufer rechtzeitig zahlen wollen. Doch daran gibt es offenbar Zweifel: Hinter den Kulissen werde an einem Plan B gearbeitet — für den Fall, dass die beiden weitgehend unbekannten Unternehmen Palladio und De&De nicht zahlen, heißt es aus Kreisen der Landesregierung. Vertreter des Wirtschaftsministeriums hätten bereits Kontakt zu anderen Interessenten für das Hotel aufgenommen. Erste Gespräche würden bereits geführt, heißt es. Sollten die neuen Eigner den Anteil des Kaufpreises in der vergangenen Nacht doch noch fristgemäß gezahlt haben, wäre der Verkauf perfekt. Noch am Donnerstag hatte Frank Schmeichel, Sprecher des Konsortiums Palladio und De&De, gesagt: „Ich gehe davon aus, dass der Vertrag umgesetzt wird. Und ich gehe davon aus, dass dies planmäßig erfolgen wird. Das ist jetzt aber eine Sache für Juristen.“ Gestern bestätigte Schmeichel lediglich die abgesagte Übergabe — „weil die Fälligkeit als streitig angesehen wird“.

Geld für die Banken
240 Mitarbeiter beschäftigt das Grand Hotel in Heiligendamm aktuell. Im Februar 2012 waren es noch mehr als 300.

30 Millionen Euro sollen die neuen Eigner für den Kauf des Hotels zahlen müssen. Damit werden vor allem die Forderungen von Banken bedient.

„Bevor nicht gezahlt wurde, wird es keine Übergabe geben.“
Insolvenzverwalter

Jörg Zumbaum

Andreas Meyer

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