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Norddeutschland Hells Angel auf offener Straße niedergestochen
Nachrichten Norddeutschland Hells Angel auf offener Straße niedergestochen
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21:13 24.05.2016
Die Männer, die den 36-Jährigen angegriffen haben, sollen Mitglieder der Bandidos sein, die als Gegner der Hells Angels gelten. Quelle: Becker/dpa
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Dägeling/Kiel

Stehen dem Norden wieder blutige Auseinandersetzungen im Rocker-Milieu bevor? Nach Jahren des vermeintlichen Friedens zwischen den verfeindeten Clubs lieferten sich jetzt Mitglieder der Bandidos und der Hells Angels in Dägeling (Kreis Steinburg) wieder einen brutalen Streit. Dabei wurde ein Hells Angel mit einem Messer schwer verletzt. Die Soko „Rocker“ des Landeskriminalamtes (LKA) hat die Ermittlungen aufgenommen.

Vier Männer sollen dem 36-Jährigen am Montagabend in Dägeling aufgelauert und ihn mit einem Messer sowie mit Reizgas angegriffen haben. Laut LKA habe sich die Tat auf offener Straße ereignet. Nachdem das Opfer zu Boden gegangen war, fuhren die Täter in einem Pkw mit hoher Geschwindigkeit davon. Der Verletzte musste im Krankenhaus operiert werden. Lebensgefahr soll aber nicht bestanden haben.

Das Fluchtauto entdeckten Polizeibeamte nur wenig später in Elmshorn. Nach LN-Informationen hatten die Insassen versucht, der Polizei davonzurasen. Jedoch war es der Streifenwagenbesatzung gelungen, vor das Auto mit den Verdächtigen zu gelangen und es auszubremsen. Noch bevor der Wagen endgültig zum Stehen kam, sprangen die Männer hinaus und flüchteten zu Fuß weiter. Das Auto rutschte in einen Straßengraben. Dort stellte die Polizei später auch eine scharfe Schusswaffe sicher.

Nach kurzer Flucht konnten die Beamten einen 34-Jährigen in der Nähe festnehmen. Zwei weitere Verdächtige – 28 und 24 Jahre alt – wurden einige Zeit später von Diensthunden aufgespürt. Bei allen dreien handelt es sich um Mitglieder der Bandidos, die aus Kiel stammen sollen. Der vierte Verdächtige ist weiterhin flüchtig.

Zu den Hintergründen des Überfalls wollte sich das LKA gestern nicht äußern. Nach Angaben von LKA-Sprecherin Jana Maring gebe es gegenwärtig aber keine Hinweise darauf, dass eine neue Welle der Gewalt zwischen Hells Angels und Bandidos bevorstehe. „Wir glauben derzeit, dass das Motiv eher im persönlichen Bereich liegt – und wir hoffen das auch“, sagte Maring. An einer Neuauflage des „Rockerkriegs“ zwischen Bandidos und Hells Angels, der bis vor einigen Jahren auch in Schleswig-Holstein mit Äxten, Messern und Schusswaffen geführt wurde, sei jedenfalls niemandem gelegen. Zuletzt war in der Szene auch relative Ruhe eingekehrt. Nach mehreren Auseinandersetzungen rivalisierender Gruppen folgten damals Verbote von Ortsgruppen der Hells Angels in Flensburg (2010) und Kiel (2012) sowie der verfeindeten Bandidos in Neumünster (2010). Allerdings machten die Hells Angels zuletzt wieder mit der Neugründung ihres Charters in Lübeck von sich reden, das 2013 von ihnen selbst aufgelöst worden war. Daneben existiert noch ein Hells-Angels-Charter in Norderstedt. Die Bandidos sind mit ihrem Chapter in Wahlstedt vertreten. Daneben existieren noch Chapter der jeweiligen Unterstützerclubs Red Devils und Chicanos. Oliver Vogt

LN

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