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Norddeutschland Hinter den Kulissen von Deutschlands größtem Bahnhof
Nachrichten Norddeutschland Hinter den Kulissen von Deutschlands größtem Bahnhof
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21:12 06.01.2018
Hamburg

111 Jahre hat Deutschlands größter Bahnhof auf dem Buckel. Wie funktioniert er? Eine Stippvisite. Täglich passieren ihn um die 550000 Menschen, womit er nach dem Pariser Gare Du Nord der meistfrequentierte Bahnhof Europas ist. Vor und hinter den Kulissen arbeitet eine Vielzahl von Mitarbeitern daran, einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Allein von der Deutschen Bahn (DB) halten 160 Mitarbeiter die „Station Service“ am Laufen, hinzu kommen noch einmal rund 50, die im „Reisezentrum“ und in der „DB-Lounge“ angestellt sind. Nicht zu vergessen die 290 Beschäftigten, die für die Sicherheit in allen Zügen und auf den Bahnsteigen in ganz Hamburg sorgen.

Wann fährt der nächste Zug nach Berlin? Wie komme ich am schnellsten zu meinem Hotel? Wie alt ist der Hauptbahnhof? Lena Friedhoff hat auf fast alle Fragen, die an sie herangetragen werden, eine Antwort. „Wir sind die ersten Ansprechpartner vor, während und nach der Reise“, berichtet die 20-Jährige, die an einem der beiden DB-Informationsschalter in dem denkmalgeschützten Gebäude tätig ist.

„Der Arbeitsalltag ist vielfältig“, findet auch Stefan Fellmuth. Als Vertreter des Bahnhofsmanagements ist er dafür zuständig „den ganzen Bahnhofsbetrieb am Laufen zu halten“, berichtet der 37-Jährige. Dazu gehöre neben dem regulären Eisenbahnbetrieb auch die Sicherheit: Bei 14 Gleisen, auf denen täglich 800 Züge des Fern- und Nahverkehrs sowie 1200 S-Bahnen verkehren, eine Mammutaufgabe. „Die Übergriffe auf die Mitarbeiter der DB-Sicherheit sind mehr geworden“, resümiert Fellmuth. 2016 habe es allein im Hauptbahnhof über 6400 Straftaten gegeben, berichtet der Pressesprecher der Bundespolizei. Erst kürzlich hätten die DB und die Bundespolizei daher die Videoüberwachung mit einer modernen digitalen Technik ausgeweitet, so Carstens weiter. 190 Kameras seien dafür installiert worden.

In der Hektik kann es schon einmal vorkommen, dass Reisende ihre Habseligkeiten verlieren. Pro Jahr sind es 1500 Fundsachen, die in Zügen oder an Bahnhöfen in der Hansestadt gefunden werden. 70 Prozent gingen wieder an den dann glücklichen Besitzer zurück, berichtet Florian Möller vom Gepäckservice. An den Gleisen sei einmal sogar eine Tasche mit 34000 Euro Bargeld gefunden worden, sagt der 31-jährige. Und in einem Schließfach sogar ein lebendiges Meerschweinchen.

Die Besucher des Hamburger Hauptbahnhofs haben natürlich auch Hunger: Allein in der berühmten Wandelhalle seien die Hälfte der 48 Geschäfte Gastronomiebetriebe, berichtet Daniel Martens. „Wir achten immer auf einen guten Mix, etwa auf die Vielfalt an Essensangeboten“, erklärt der Geschäftsführer der Wandelhalle. Eine Herausforderung sei es etwa, den großen Warenumschlag zu koordinieren, sagt Martens.

Auch die Bahnhofsmission ist ein fester Bestandteil des Gebäudes. „Der Hauptbahnhof ist auch ein Ort für Menschen mit Problemen und mehr als ein bloßer Reiseort“, sagt Leiter Axel Mangat. Man achte jedoch darauf, dass der Bahnhof nicht zum Lebensort werde. Auch biete die Bahnhofsmission eine Postadresse für rund 2000 Menschen ohne festen Wohnsitz. Mangat: „Bei uns wird niemand abgewiesen.“

Wiebke Dã¶rdrechter

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