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Norddeutschland Dauer-Hitze wird zum Risiko: Senioren besonders gefährdet
Nachrichten Norddeutschland Dauer-Hitze wird zum Risiko: Senioren besonders gefährdet
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21:27 26.07.2018
Die Landesregierung warnt, die Hitze als Gesundheitsrisiko zu unterschätzen.  Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Notaufnahme des Universitätsklinikums (UKSH) und der Sana-Kliniken Lübeck müssen sich um eine wachsende Zahl von Patienten kümmern, die Opfer der Hitze geworden sind. „Junge Leute kommen mit Sonnenstich, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und massiven Sonnenbränden“, sagt Sebastian Wolfrum, ärztlicher Leiter der UKSH-Notaufnahme. Größer noch sei die Zahl an Senioren, die eingeliefert werden, nachdem sie zu Hause, in Alten- oder Pflegeheimen kollabiert sind.

Angesichts permanenter Sonneneinstrahlung rät Wolfrum, körperliche Anstrengung zu vermeiden, im Freien Kopfbedeckung zu tragen. Die arbeitende Bevölkerung sollte mittags eine Siesta halten.

Tipps zum Einschlafen bei Hitze

Die fast tropischen Nächte machen vielen Menschen das Einschlafen schwer. Schlafforscher Robert Göder (UKSH Kiel) empfiehlt: „Nicht zu früh ins Bett gehen, selbst wenn die Uhrzeit angestammt ist. Lieber weniger Schlaf, statt sich stundenlang hin- und herzuwälzen.“ Schwere Mahlzeiten sollten zu später Stunde genauso gemieden werden wie Alkohol. „Ein Bier ist erlaubt, mehr nicht.“

Besonderen Schutz bräuchten ältere und pflegebedürftige, behinderte und chronisch kranke Menschen, Säuglinge und Kleinkinder. Pflegeeinrichtungen werden gebeten, sich Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes vor hoher Wärmebelastung mailen zu lassen oder im Netz eine Hitzewarn-App herunterzuladen.

Gefahr durch Hitze vor allem für ältere Menschen

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An einigen Orten in SH wurden am Donnerstag Temperaturrekorde erreicht

Hitze macht älteren Menschen grundsätzlich mehr zu schaffen als jüngeren. Das hängt damit zusammen, dass Senioren weniger aktive Schweißdrüsen haben, die Wärmeregulierung läuft deshalb langsamer ab. Außerdem hat ihr Körper ein geringeres Gesamtvolumen an Wasser. Infolgedessen trocknet er beim Schwitzen eher aus.

„Unsere Senioren sind weniger im Freien, um sich nicht der prallen Sonne auszusetzen“, berichtet Reinhard Antrich, Direktor des Rosenhofs Travemünde. In der Halle der Seniorenresidenz werde zusätzlich Eistee und Wasser angeboten, innerhalb der Räumlichkeiten würden „kühle Rückzugspunkte“ geschaffen. Die Speisekarte im Restaurant sei auf leichte Kost umgestellt. Schließlich werde den Bewohnern ständig empfohlen: „Trinken, trinken, trinken!“ Genau dazu raten Mediziner. Sie appellieren, Getränke am besten lauwarm und nicht eiskalt zu sich zu nehmen.

Massen-Notfälle bei Ed Sheeran-Konzert in Hamburg

Auch jüngere Menschen sind vorm Hitze-Kollaps nicht gefeit: Beim Ed-Sheeran-Konzert auf der Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld mussten 330 Besucher von Sanitätern behandelt werden. In zwölf Fällen waren die Beschwerden so schlimm, dass die Hitze-Opfer ins Krankenhaus gefahren werden mussten.

Von Curd Tönnemann

Polizei wässert

Angesichts der Trockenheit und aktuellen Hitzewelle will nach Hamburg nun auch die Polizei in Berlin mit Wasserwerfern Hilfe leisten und Grünflächen bewässern. Wasserwerfer können bis 10 000 Liter Wasser in ihren Tanks transportieren und in verschiedenen Dosierungen versprühen. Das Wasser in den Tanks muss ohnehin von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. 

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