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Norddeutschland Hochsaison für Kuschelpullis
Nachrichten Norddeutschland Hochsaison für Kuschelpullis
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21:19 04.01.2018
Henrike Otzen (links) hat schon mehrere Naketano-Pullis zu Hause, lässt sich von Vivian Voss aber trotzdem beraten. Quelle: Maxwitat
Lübeck

Weiche Hoodies mit weißen Kordeln und Lederpatches: Marken wie Naketano haben den Pullover wieder salonfähig gemacht. Schaut man in die norddeutschen Fußgänger-Zonen, ist der bequeme Sweater nicht mehr wegzudenken. Jetzt hat die Essener Mode-Firma ihr Aus bekanntgegeben. Die Herbst-Winter-Kollektion dieses Jahres soll die Letzte sein. Überraschend kam diese Meldung. So machte die Firma 2015 noch einen Gewinn von gut zehn Millionen Euro. In einer E-Mail an ihre Kunden im Einzelhandel erklärte die Naketano-Geschäftsführung, dass es „Zeit für eine Veränderung“ sei. Der norddeutsche Einzelhandel ist über diesen Schritt verwundert.

So wie Vivian Voss: „Das war schon ein kleiner Schock. Ich hätte nicht damit gerechnet.“ Voss arbeitet bei Heick und Schmaltz in der Lübecker Innenstadt und ist verantwortlich für die Naketano-Abteilung. Die Marke laufe sehr gut und sei besonders beliebt bei den Touristen. „Die Pullover passen an die Küste. Man ist immer gut eingepackt“, sagt Voss, die selbst vier Pullis im Kleiderschrank liegen hat. Ähnlich sieht das auch Kundin Henrike Otzen aus Schleswig. Sie ist auf der Suche nach einem neuen Pullover. Naketano-Hoodies hat auch sie mehrere zu Hause. „Ich trage die immer. Die sind so schön kuschelig.“ Trotzdem: Sollte die Firma sich aus dem Modegeschäft zurückziehen, wäre das für die Mutter kein Weltuntergang. „Ich denke, es gibt genug Auswahl.“

Und damit hat sie recht. Viele Pullover und Sweatshirts liegen und hängen in den Regalen der Mode- Läden. Das bequeme Kleidungsstück ist nicht länger nur für den Sonntags-Kuschel-Look geeignet, weiß

Verkäuferin Voss. „Der Trend hat sich verändert. Pullover können mit Blusen und Hemden kombiniert werden. Es gibt auch modische Variationen mit Perlen und Trompetenärmeln.“ Kunden würden vor allem darauf achten, dass es kuschlig und bequem sei. Ähnlich sieht auch Leila Jedda von CB Mode im Citti Park die Entwicklung. „Der Trend geht ins Sportliche.“ Jedda kümmert sich um die Bestellungen von Naketano-Produkten. Denn auch hier ist die Marke mit den typischen weißen Kordeln sehr beliebt. Wenn die Produktion tatsächlich eingestellt wird, gibt es eine Lücke im Sortiment. „Das wäre schon ein Verlust“, sagt Jedda.

Eine ähnliche Marke gebe es im Moment nicht. Sie glaubt aber, dass Naketano Ende des Jahres nicht komplett Schluss machen wird. Dazu laufe die Marke einfach zu gut. „Naketano verändert sich,“ ist die Verkäuferin überzeugt. Die Mode-Firma habe die Spitze erreicht. Jetzt hätten alle potenziellen Kunden die Pullover in verschiedenen Farben gekauft. Zu ähnlich seien die Sweater-Modelle. „Das reicht ja, die Kunden sind satt. Dann verkaufe ich doch und mache unter neuem Namen mit neuen Ideen weiter“, sagt Jedda.

So sei schon bei den letzten Kollektionen zu sehen gewesen, dass die sonst recht schlicht gehaltenen Pullover mit bunten Mustern und Motiven bedruckt wurden. „Sie probieren sich aus.“ Diese Entwicklung fände auch Kundin Katharina Bosse sinnvoll, die einen Naketano-Zipper zu Hause hat. „Neue Modelle wären ganz gut, sonst ist das ja immer nur dasselbe.“

 Von Saskia Hassink

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