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Norddeutschland Höchste Rate seit 2004: Zahl der Babys im Norden steigt weiter
Nachrichten Norddeutschland Höchste Rate seit 2004: Zahl der Babys im Norden steigt weiter
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22:15 15.10.2016
In Schleswig-Holstein wurde erstmals seit 2007 wieder die Marke von 20 000 Entbindungen übertroffen. Quelle: dpa
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Lübeck

Erstmals seit Langem steigt die Geburtenrate in Schleswig-Holstein wieder deutlich an. 2015 gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 20 612 Entbindungen in Kliniken des nördlichsten Bundeslandes, ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Schleswig-Holstein wurde erstmals seit 2007 wieder die Marke von 20 000 Entbindungen übertroffen. Bundesweit stieg die Zahl der Entbindungen im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent auf 716 539.

„Dieser erfreuliche Trend bestätigt unseren Einsatz für ein familienfreundliches Schleswig-Holstein“, kommentierte Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) die neuen Zahlen. „Das motiviert zugleich, das gemeinsame Engagement fortzusetzen, beispielsweise beim Kita-Ausbau“, fügte sie hinzu. Schleswig-Holstein habe die höchste Betreuungsquote (30,9 Prozent) der westdeutschen Flächenländer.

Auch die sozialpolitische Sprecherin der CDU im Kieler Landtag, Katja Rathje-Hoffmann, nennt es „erfreulich, dass nach einer langen Talfahrt die Geburtenrate wieder steigt.“ Einen großen Anteil daran habe die Familienpolitik der vergangenen Jahre – vor allem auf Bundesebene. „Die Zahlen zeigen, wie richtig es war, mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun“, erklärt Rathje-Hoffmann. Freude auch beim sozialpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Kieler Landtag, Wolfgang Baasch. „Das ist eine tolle Entwicklung. Mehr Kinder, das ist ein gutes Zeichen für eine Gesellschaft“, sagt der Lübecker Abgeordnete. In Sachen Betreuung sei in Schleswig-Holstein Einiges passiert, damit Eltern wieder Mut haben, Kinder zu bekommen. „Das zeigt aber auch: Wir brauchen ein flächendeckendes Angebot von Geburtshilfe“, erklärt Baasch und zielt damit auf die Schließungen von Geburtshilfeeinrichtungen in der Region.

Zwar stellt die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen fest, dass viele Bundesbürger sich aus Kostengründen gegen Kinder entscheiden. Doch auch diese Studie verweist darauf, dass seit 2014 wieder mehr Babys in Deutschland geboren werden.

Im laufenden Jahr scheint sich der positive Trend noch zu verstärken. Nach Angaben der AOK Nordwest stieg die Zahl der Neugeborenen in schleswig-holsteinischen Krankenhäusern im ersten Halbjahr 2016 auf 2183 – ein Zuwachs von 12,6 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres, als es 1939 Babys gewesen seien.

Das deckt sich mit Angaben vom Universitätsklinikum Schleswig- Holstein (UKSH). „Im Moment gehen wir von einer deutlichen Steigerung der Geburtenzahl aus“, sagt Professor Achim Rody, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Gynäkologie am Lübecker UKSH-Campus. „Zurzeit sieht es so aus, als würden wir am Ende etwa 100 Geburten mehr als im Vorjahr haben“, sagt Professor Rody. 2015 waren es 1456 Geburten. Viele ältere Schwangere, die ihr erstes Kind bekommen, ziehe es für die Entbindungen in größere Einrichtungen wie das UKSH mit seinem Angebot. Zudem verzeichne man einen deutlichen Anstieg der Geburten von Flüchtlingsfamilien. Auch das Lübecker Marienkrankenhaus meldet mehr Geburten.

Die Krankenkasse IKK classic schrieb im Frühjahr sogar von einem „Babyboom in Schleswig-Holstein“. Vor allem in Lübeck liege die Steigerung deutlich über dem Landesschnitt.

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