Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Hundehalter wollen gegen Besteuerung vorgehen
Nachrichten Norddeutschland Hundehalter wollen gegen Besteuerung vorgehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:16 26.07.2017
Im VDH-Nord sind 71 Rassehundezucht- und Hundesportvereine zusammengeschlossen, darunter auch die Rettungshundestaffel Holstein. Quelle: LN-Archiv
Anzeige
Kiel

Auch über Demonstrationen denken die Hundefreunde bereits nach. Das Thema sei ja offenbar nicht nur ein juristisches, sondern auch ein politisches. Dass die CDU-Grünen-FDP-Regierung es Tangstedt und allen anderen Gemeinden im Land per Gesetzesänderung untersagt, die Pferdesteuer zu erheben, zeige, dass sie auch die Hundesteuer per Federstrich abschaffen könnte, sagt Breyer. Die Argumente gegen die Hundesteuer seien die gleichen, mit denen die Jamaika-Koalition die Pferdesteuer kippe. „Mit Hunden wird in der Regel kein Geld verdient, sie dienen der sinnvollen, aktiven Freizeitgestaltung, und ihre Haltung hat eine starke soziale Komponente, die Tiere helfen gerade alten, alleinstehenden Menschen und Kindern.“ Sie könnten Menschen sogar aus einer Depression heraushelfen. „Das soll besteuert werden?“ Und: „Auch in den Hundevereinen und auf den Hundeplätzen sind mindestens zwei Drittel der Aktiven Mädchen und Frauen, die hier benachteiligt werden würden“, sagt Breyer.

Im VDH-Nord sind 71 Rassehundezucht- und Hundesportvereine zusammengeschlossen, darunter auch die Rettungshundestaffel Holstein. Der Verband macht sich gegen die Rasseliste und für eine Hundeführerschein-, Chip- und Versicherungspflicht stark – und jetzt offenbar auch gegen die Hundesteuer. „Das ist genau, was wir befürchtet haben“, sagt Jörg Bülow vom Gemeindetag. 15,9 Millionen Euro nehmen die Kommunen durch die Hundesteuer ein. Und nachdem die Landesregierung mit dem Verbot der Pferdesteuer derart in die Finanzhoheit der Kommunen eingegriffen habe, würden sich natürlich auch diese Steuerzahler melden. Bülow hält eine Klage der Hundelobby nicht für aussichtslos. Schließlich begründe die Jamaika-Koalition ihr Nein zur Pferdesteuer im Koalitionsvertrag damit, dass man Sport nicht besteuern wolle. Sport trieben viele Hundehalter mit ihren Tieren aber auch.

Bei LN-Online diskutieren die Leser auch. „Ich bin klar für die Hundesteuer. Viele Hundebesitzer entfernen leider nicht die Hinterlassenschaft ihres Hundes“, schreibt Swantje Liepold. „Die Hundesteuer sollte abgeschafft werden. Dafür die Strafe viel höher, wenn man den Hundehaufen liegen lässt“, sagt Puschel Kobi. „Es wäre fair, die Hundesteuer überall anzupassen, bzw. in jeder Stadt den gleichen Preis zu zahlen“, sagt Mandy Schubert. „Ich zahle selbst für meinen geprüften Rettungshund, der an 365 Tagen im Jahr für die Vermisstensuche zur Verfügung steht, in der Gemeinde Timmendorfer Strand Hundesteuer. Indirekte Besteuerung meines Ehrenamtes“, klagt Sarah Ew. Und Denise Wolter schreibt: „Wenn das Geld wenigstens in den Tierschutz und die Unterbringung und Behandlung von verwaisten und verletzten Haus- und Wildtieren fließen würde . . . dann wäre ich sogar bereit, eine Katzensteuer zu zahlen.“

 Wolfram Hammer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige