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Norddeutschland Husumer Hausarzt wegen Millionenbetrugs vor Gericht
Nachrichten Norddeutschland Husumer Hausarzt wegen Millionenbetrugs vor Gericht
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21:12 29.08.2016
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Flensburg/Husum

. Ein Hausarzt aus Husum soll sich jahrelang mit Abrechnungsbetrug und einem florierenden Drogenhandel einen millionenschweren Nebenverdienst verschafft haben. Vor dem Landgericht Flensburg hat gestern der Prozess gegen den 51-jährigen Mediziner begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann 1000 Taten vor. Der Schaden beträgt laut Anklage 1,26 Millionen Euro. Der Arzt schwieg zu den Vorwürfen.

Staatsanwalt Jochen Berns will in dem Indizienprozess beweisen, dass der Angeklagte zwischen Januar 2009 und Februar 2011 bei sogenannten Drogenersatztherapien seinen Substitutionspatienten ohne ausreichende Kontrollen Betäubungsmittel verschrieb und verabreichte. Dabei soll er auch Betäubungsmittel an Patienten verkauft haben, ohne dass dies medizinisch angezeigt war – sowie an Patienten, die nicht an einem Substitutionsprogramm teilnahmen.

Die benötigten Medikamente soll er sich zum Teil durch Ausstellung von gefälschten Rezepten beschafft haben. Dazu habe er Patienten nach erfolgreicher Entgiftung in seinen Akten weiter als „süchtig“

geführt, um auf ihren Namen Rezepte auszustellen.

Außerdem wirft die Anklagebehörde dem Mediziner zwischen Januar 2007 und April 2010 Abrechnungsbetrug vor. Danach soll er die Kassenärztliche Vereinigung pro Quartal um Beträge zwischen 65 000 Euro und 90 000 Euro geschädigt haben.

Das Urteil wird frühestens am 27. September erwartet.

LN

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