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Norddeutschland Husumerin will rund um Nordamerika paddeln
Nachrichten Norddeutschland Husumerin will rund um Nordamerika paddeln
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21:17 18.01.2017
Die Husumer Extrem-Paddlerin Freya Hoffmeister glaubt fest daran, dass sie es schafft, Nordamerika mit dem Kajak zu umrunden. Quelle: Foto: Rehder/dpa
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Husum

„Ich bin eine Sportlerin und keine Abenteurerin“, sagt Freya Hoffmeister. Doch „Abenteuer“ kommen bei den außergewöhnlichen Reisen der Extrem-Paddlerin von selbst – auch lebensgefährliche. So wurde sie bei einer früheren Reise im Mündungstrichter des südamerikanischen Flusses Amazonas von der gefürchteten „Pororoca“

überrascht und aus ihrem Kajak „heraus gespült“ – einer Tidewelle, die sich im Extremfall bis zu fünf Meter Höhe aufsteilt, an Engstellen bis zu 65 km/h schnell ist und bis zu 800 Kilometer flussaufwärts vordringt. Und bei der Umrundung von Kap Hoorn kämpfte sie bei vier bis fünf Meter hohen Wellen gegen einen schweren Sturm mit Okanböen an, der sie in die Antarktis treiben wollte.

Mehr als 50000 Kilometer hat die 52-Jährige bislang auf ihren abenteuerlichen Touren allein und im Seekajak zurückgelegt. Ihre nächste Reise soll alles toppen. Im März startet sie mit der Umrundung des nordamerikanischen Kontinents. Das sind 50 000 Kilometer nur mit der Kraft ihrer Armmuskeln. Acht bis zehn Jahre hat sie für die Gesamtstrecke eingeplant. Wenn sie ihr Ziel erreicht hat, werde sie ungefähr 60 Jahre alt sein. „Ich weiß nicht, ob mein alternder Körper die Herausforderung durchhalten wird, aber ich glaube schon“, sagt sie mit einem koketten Lächeln. Und fügt hinzu: „Ich mag nur das tun, was nicht viele Menschen tun oder tun können.“

Nordamerika ist nicht die erste extreme Reise der Freya Hoffmeister. 2007 paddelte sie in 33 Tagen um Island herum, 2009 dann ihr erster Kontinent in Rekordzeit: Die 18000 Kilometer um Australien herum schaffte sie in elf Monaten als schnellster Mensch. Und 2011 startete die Geschäftsfrau aus Husum als erster Mensch überhaupt die Umrundung Südamerikas. Für die 27000 Kilometer und 13 Länder brauchte sie 30 Monate.

Auch Nordamerika ist noch nie von einem Kajakfahrer umrundet worden. Freya Hoffmeister hat das Mammutprojekt in zwei Halbkreise geteilt: Startpunkt ist jeweils Seattle, das Ziel New York – zuerst im Uhrzeigersinn, und danach gegen ihn. „Die nördlichen Abschnitte sind nur ein paar Monate im Jahr eisfrei: Wenn ich nur in eine Richtung paddeln würde, würde sich die Umrundung um mehrere Jahre verlängern“, erklärt die Paddlerin.

Natürlich könnte es auch schneller gehen, aber „ich bin keine ehrgeizige Sprint-Sportlerin, sondern will die Landschaft genießen.“ Ihr Kajak bringt voll beladen mit Ausrüstung und Lebensmitteln rund hundert Kilogramm auf die Waage. Ihre Reisegeschwindigkeit ist daher Schritttempo. Aufgeteilt hat sie die Umrundung in Blöcke von drei bis fünf Monaten Reisezeit. Dazwischen geht es zurück nach Husum. Denn „ich habe einen Partner, einen Sohn, und zwei Geschäfte, um die ich mich kümmern muss“.

Die Nordamerika-Umrundung wird Freya Hoffmeister auch mit für sie neuen Gefahren konfrontieren – zumindest im Norden: „Bären in allen Pelzfarben – dem Schwarz- und Braunbär, dem Grizzly und dem weißen Eisbär.“ Angst habe sie jedoch nicht. „Dann würde ich nicht losfahren: Denn Angst macht dich zum Opfer, und Opfer will ich nicht sein.“ Wolfgang Runge

LN

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