Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland IS-Prozess: Freispruch gefordert
Nachrichten Norddeutschland IS-Prozess: Freispruch gefordert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 13.02.2018
Anzeige
Hamburg

Die Verteidiger haben gestern vor dem Oberlandesgericht Hamburg einen Freispruch für die drei mutmaßlichen Mitglieder des Islamischen Staates (IS) gefordert. Der Anwalt eines 19-jährigen Syrers aus Aleppo betonte gestern, sein Mandant habe sich seit längerem von der Terrororganisation distanziert. Er sei als Jugendlicher von dem System in Syrien missbraucht worden, so wie die Kindersoldaten der Wehrmacht am Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Verteidiger eines 20-jährigen Syrers erklärte, die Bundesanwaltschaft habe keinen Tatnachweis erbringen können. Der Anwalt des dritten Angeklagten, ebenfalls aus Syrien und 27 Jahre alt, hat ebenfalls Freispruch beantragt.

Den drei jungen Männern wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und Urkundenfälschung vorgeworfen. Die Bundesanwaltschaft hat Strafen zwischen vier und acht Jahren Haft gefordert. Sie beschuldigt die Syrer, im Herbst 2015 vom IS nach Deutschland geschickt worden zu sein, um sich für Anschläge in Europa bereitzuhalten. Die Angeklagten waren im September 2016 in Flüchtlingsunterkünften in Großhansdorf, Ahrensburg und Reinfeld (alle Kreis Stormarn) festgenommen worden und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Nach Darstellung der Bundesanwaltschaft sollen die Syrer Kontakte zum selben Netzwerk gehabt haben, das im November 2015 die Attentate von Paris mit 130 Todesopfern und im März 2016 die Anschläge von Brüssel mit 30 Toten verübte. In Deutschland hätten sich die Angeklagten unauffällig verhalten und Praktika in einer Behindertenwerkstatt und einem Krankenhaus begonnen. Sie seien jedoch durch die Ergebnisse der Observation, der Auswertung ihrer Handydaten und durch Zeugenaussagen überführt.

„Eine Verurteilung ist – selbst wenn man den Ausführungen der Bundesanwaltschaft folgt – nicht zu begründen“, sagte dagegen der Lübecker Anwalt Andreas Mroß, der den 19-Jährigen verteidigt. Am 23.

Februar will der Staatsschutzsenat sein Urteil verkünden.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Hamburger Schülerinnen protestieren mit ihrem Lied „Not Heidis Girl“ gegen die Show Germany's Next Topmodel und das Frauenbild, das die Sendung transportiert. Anuthida Ploypetch, ehemalige GNTM-Kandidatin aus Lübeck, ist von der Aktion begeistert.

13.02.2018

Berlin/Brüssel. Die Bundesregierung will angesichts einer drohenden Klage der EU-Kommission ihre Maßnahmen für saubere Luft in deutschen Städten ausweiten. Der Bund erwägt zusammen mit Ländern und Kommunen einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr, um die Zahl privater Fahrzeuge in den Städten zu verringern.

14.02.2018

"Sat1 Norddeutschland" bedauert den Tod seiner langjährigen Moderatorin Wiebke Ledebrink. Sie verstarb am Sonntag nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 45 Jahren.

13.02.2018
Anzeige