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Norddeutschland „Ich hatte nur Angst“: Mann nach Tod von Einbrecher vor Gericht
Nachrichten Norddeutschland „Ich hatte nur Angst“: Mann nach Tod von Einbrecher vor Gericht
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21:21 08.12.2015

Die meisten Hausbesitzer ohne Pistole hätten wohl die Polizei gerufen. Doch ein Sportschütze in Hannover griff nach einem Einbruchsversuch bei ihm zur Waffe.

„Ich wollte eigentlich gar nicht schießen“, sagt der Mann, der für den Tod eines 18-Jährigen verantwortlich ist. Der Werkstattinhaber muss sich seit gestern wegen Totschlags vor dem Landgericht Hannover verantworten, weil er nach einem nächtlichen Einbruchsversuch die Haustür öffnete und den 18-Jährigen niederschoss.

Er habe in panischer Angst die Waffe eingesetzt, heißt es in dem Geständnis, das seine Verteidiger verlesen. Die Waffe besaß der Sportschütze ganz legal. Die angebliche Notwehrsituation, auf die sich der Mann nach der Tat Anfang Juni berief, hält die Staatsanwaltschaft nicht für plausibel. Seine Sig Sauer 9mm-Pistole in beiden Händen haltend habe der Angeklagte in der sogenannten Combat-Haltung auf den jungen Mann angelegt, hieß es in der Anklage.

Teile der Tat wurden von einer Überwachungskamera aufgezeichnet, die der 41-jährige Angeklagte zum Schutz seiner Werkstatt installiert hatte. Gleich nach dem Geständnis stellt der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch die Frage: „Warum rufen Sie in so einer Situation nicht die Polizei? Was ist in Ihnen vorgegangen?“ „Ich hatte nur Angst“, entgegnet der Angeklagte.

Das Gericht will heute bei einem abendlichen Ortstermin an dem Haus mit angrenzender Werkstatt die Gegebenheiten und die Beleuchtungssituation in Augenschein nehmen. Was konnte der Schütze von den insgesamt vier jungen Eindringlingen sehen, von denen einer nach seiner Wahrnehmung eine Waffe trug? Und aus welchem Abstand drückte der trainierte, zielsichere Sportschütze ab? Dem Schützen drohen bei einer Verurteilung fünf bis 15 Jahre Haft.

LN

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