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Norddeutschland Im Einsatz für die Kirche
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20:40 24.09.2016
Anke Riebesel (25, l.) und Ole (13) führen beim Kinderkirchentag die jungen Teilnehmer an die Bibel heran, Beate Glau (49) gestaltet die Kulissen für viele Veranstaltungen.

Maler- und Pflanzarbeiten, Steine setzen, die Beleuchtung reparieren oder Weihnachtsbäume aufstellen und schmücken: Wenn in der Lübecker Kirchengemeinde Luther-Melanchthon handwerklicher Einsatz gebraucht wird, ist Udo Konsorke zur Stelle. Der 63-Jährige engagiert sich seit acht Jahren in der Männergruppe „Urbi @ Obi“. Die 14 Mitglieder treffen sich einmal im Monat zu Dienstbesprechungen. „Es macht Spaß, gemeinsam Probleme zu lösen“, sagt der ehemalige Sicherheitsingenieur, der inzwischen im Ruhestand ist. „Wir haben so viele Leute mit Fachwissen bei uns, dass wir jedes Projekt innerhalb kürzester Zeit erledigt haben.“

Udo Konsorke ist einer von mehr als 100 Ehrenamtlern, die sich in der Kirchengemeinde im Stadtteil St. Lorenz Süd engagieren – die Tendenz ist steigend. Dazu kommen noch rund 70 Mitglieder aus den verschiedenen Chören. Diese seien für viele „ein Eingangstor zur ehrenamtlichen Arbeit“, sagt Pastorin Constanze Oldendorf. „Unser Geheimrezept ist aber die Vielfalt der Angebote. Da ist für jeden was dabei.“ Und wer nichts Passendes finde, der könne auch einfach eine eigene Idee umsetzen.

So wie Klaudia Wenzel-Kirner. Über den Gospelchor ist sie vor sieben Jahren zur Gemeinde gekommen. „Ich habe dann irgendwann gefragt, ob ich ein Gedächtnistraining für Senioren anbieten darf, weil es das noch nicht gab.“ Seit zwei Jahren macht sie einmal im Monat mit zehn älteren Menschen Übungen. Es ist nicht das einzige Projekt der 61-Jährigen: Sie hat auch noch eine Kreativgruppe für Frauen mittleren Alters gegründet.

Ole ist einer der jüngsten Ehrenamtler der Gemeinde. Der 13-Jährige hilft beim Kinderkirchentag mit, der einmal im Monat veranstaltet wird. Dann spielt und singt er mit den Teilnehmern und erarbeitet mit ihnen ein Thema aus der Bibel. „Ich war neun Jahre lang selbst als Teilnehmer dabei, das hat schon so viel Spaß gemacht“, berichtet der Achtklässler. „Jetzt macht es mir Spaß, meine Erfahrungen an andere Kinder weiterzugeben.“

Auch Anke Riebesel ist beim Kinderkirchentag eingebunden. Als sie vor fünf Jahren zum Studieren nach Lübeck gezogen ist, meldete sie sich sofort bei der Gemeinde. „Es macht so viel Spaß, den Kindern etwas mit auf den Weg zu geben“, sagt die 25-Jährige, die sich zuvor auch schon in ihrer Heimat Oststeinbek kirchlich engagiert hatte. Für ein Ehrenamt sei es aber nicht nötig, evangelisch oder überhaupt Mitglied in einer Kirche zu sein, betont Pastorin Constanze Oldendorf. Das Wichtigste sei eine gute Zusammenarbeit. Neue Mitglieder werden deshalb im monatlichen Newsletter vorgestellt, einmal im Jahr gibt es für alle ein Fest.

Bei Inge Hennig hat alles mit Zwiebelschnippeln angefangen. „Bei einem Erntedankfest habe ich das für die Kartoffelsuppe gemacht, weil ich als einzige nicht beim Schneiden weinen musste“, sagt die 77-Jährige. Seit 2009 betreut sie nun die „Offene Kirche“, sitzt jeden Mittwoch auf ihrer Bank am Eingang der Kirche, um für die Besucher da zu sein. „Diese Woche kam ein Ehepaar aus Frankreich vorbei, aber ich kann kein Französisch“, erzählt sie. „Wir haben es dann geschafft, uns mit Malen zu verständigen.“

Dabei ist eigentlich Beate Glau für das Kreative zuständig. Die Grafikerin gestaltet zum Beispiel die Kulissen für die Gottesdienste. „Das Tolle ist, dass hier so unterschiedliche Menschen zusammenkommen – junge und alte“, sagt die 49-Jährige. „Das empfinde ich als unglaubliche Bereicherung.“

Auch Matthias Grottker verbringt viele Stunden pro Woche ehrenamtlich bei der Kirche – und das schon seit 20 Jahren. „Ich schaue nicht auf die Zeit. Wenn ich frei habe und gebraucht werde, bin ich da“, sagt der Bauingenieur. Früher hat er die Kinderkirche gestaltet, heute kümmert er sich um die Partnerschaftsarbeit mit Tansania und ist im Kirchengemeinderat. „Das liebevolle, friedliche Miteinander begeistert mich am meisten.“

Janina Dietrich

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