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Norddeutschland Im Norden fehlen viele Köche und Kellner
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18:17 14.05.2016

. Mit dem Pfingstwochenende strömen wieder zahlreiche Urlauber in die Ferienorte an Nord- und Ostsee. Doch die Gaststätten und Hotels suchen noch händeringend Personal, das sich gebührend um die Gäste kümmern kann. „Die Betriebe haben Schwierigkeiten, ihre Stellen mit geschulten Kräften zu besetzen“, sagt Stefan Scholtis, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Schleswig-Holstein in Kiel. Häufig fehlten Köche, aber auch Service-Personal. „Das geht so weit, dass aus einem Ruhetag zwei werden, die Außengastronomie oder die Speisekarte kleiner ausfällt“, sagt Scholtis. Andere Kneipen machten womöglich eher dicht. „Die Betriebe können nicht so arbeiten, wie sie es gern würden“, erklärt er.

Stefan Scholtis (Dehoga).

Die Agentur für Arbeit bestätigt diesen Trend. Im April 2016 seien in Schleswig-Holstein 2041 offene Stellen im Bereich Gastgewerbe und Hotellerie gemeldet gewesen, teilte ein Sprecher der Behörde mit. Das sind 141 oder 7,4 Prozent mehr als noch im April 2015. Auch unter den Top Ten der unbesetzten Ausbildungsplätze sind Koch (Platz 3) und Hotelfachmann (Platz 8) mit jeweils 348 beziehungsweise 240 offenen Lehrstellen vorne dabei.

Selbst in den Wintermonaten stieg inzwischen die Nachfrage nach Beschäftigten. In den Zahlen zeige sich, „dass ganzjährige Tourismusangebote und Beschäftigungsverhältnisse zunehmen“, sagt Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur.

Als Hauptgrund für den Fachkräftemangel macht Dehoga-Chef Scholtis den demografischen Wandel aus. „Die Zahl der Schulabgänger sinkt“, klagt er. Dementsprechend würden sich immer weniger junge Menschen für eine Ausbildung in der Branche entscheiden. Für Finn Petersern von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sind die Betriebe dagegen selbst schuld: „Das hängt mit den Arbeitsbedingungen zusammen, schlecht bezahlt, am Wochenende, Mehrarbeit“, sagt er.   Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen im Gastgewerbe stünden im harten Wettbewerb mit anderen Branchen, erklärt Haupt- Koopmann.

Trotzdem ist der Anteil sozialversicherungpflichtiger Arbeitnehmer in der personalintensiven Branche zuletzt stark angestiegen. So arbeiteten im Februar 2016 laut Arbeitsagentur 2300 mehr Menschen regulär angestellt als noch im Februar 2015 (plus 7,4 Prozent). Die Zahl der Minijobber sinkt. Für NGG-Geschäftsführer Petersen ist das eine Folge des Mindestlohns – und den damit verbundenen Aufzeichnungspflichten. Mini-Jobber lohnten sich für viele Betriebe gar nicht mehr, weil sie sie bei 8,50 Euro Lohn nur kaum mehr als 50 Stunden im Monat einsetzen könnten.

Wie kann der Fachkräftemangel also behoben werden? Dehoga- Chef Scholtis wünscht sich von der Politik eine flexiblere Arbeitszeitregelung. „Jeder Betrieb sollte die täglichen Arbeitszeiten variabel festsetzen können“, fordert er. So könne die Gastronomie zu Hochzeiten einen Kellner auch mal länger arbeiten lassen. Für NGG-Mann Petersen ein Unding. Bessere Arbeitsbedingungen könnten helfen, sagt er – und plädiert etwa für versetzte Arbeitszeiten.

LN

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