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Norddeutschland Im Stau sind gute Nerven Trumpf
Nachrichten Norddeutschland Im Stau sind gute Nerven Trumpf
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12:16 27.08.2016
Auch am Sonnabend staut sich der Verkehr wieder auf der A 1. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Die Autobahn A 1 zwischen Hamburg und Puttgarden ohne Stau – gab es das mal? Derzeit kaum vorstellbar. In Richtung Süden wird gebaut, in Richtung Norden auch – überall staut sich der Verkehr. Autofahrer sind genervt.

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Dicht an dicht stehen die Autos auf der A 1 – ganz gleich, in welcher Richtung. Wir fragten Autofahrer, wie sie damit klarkommen.

Auf dem Parkplatz Melmshöhe zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld versuchen einige der geplagten Reisenden zu verschnaufen.

„Vor Hamburg hatten wir Stau, in Hamburg und jetzt hinter Hamburg auch“, stöhnt Philipp Bramer (31). Der Ingenieur aus Hameln ist mit Freunden und insgesamt drei kleinen Kindern auf dem Weg in den Urlaub. „Wir wollen nach Boltenhagen, an die Ostsee“, sagt er. Vier Stunden sind sie schon unterwegs. Bramer: „Das Navi hat gesagt drei Stunden 15 Minuten. Da waren Staus schon eingerechnet, sonst wären es zwei Stunden 45 Minuten gewesen.“ Aber die Realität ist schlimmer als das Gerät prognostiziert hat.

„Ich wusste, dass hier Stau ist“, sagt Busfahrer Maik von Wiltberg (46). Mit einem leeren Doppeldeckerbus ist er in Hamburg losgefahren in Richtung Lübeck. „Die Nebenstraßen sind ja teilweise auch dicht“, überlegt er. „Da ist die Autobahn das kleinere Übel. Mit so einem großen Bus ist das jedenfalls besser.“

„Überall sind Baustellen“, klagt Paul Broich (74) aus Bergheim bei Köln. Er ist mit Frau Annie (71) auf der Fahrt in die Ferien. „Wir wollen noch bis nach Rügen.“ Den Stau haben sie zwar einkalkuliert, doch ab Hamburg sei es besonders schlimm geworden.

„Wieso bauen die nicht im Winter, wenn hier weniger Urlauber unterwegs sind?“, fragt sich Emilia Kumek (18), Studentin aus Polen. „Jetzt im Sommer muss das doch nicht sein.“

„Na, schön ist das nicht“, meint auch Mario Haupt (28) aus Stade, der mit seinem 23 Jahre alten Golf Cabrio zu einem VW-Treffen auf Usedom will. Da Haupt, ein selbstständiger Geschäftsmann, an diesem Wochenende rein privat unterwegs ist, nimmt er die Verzögerung aber gelassen. „Man weiß das ja vorher, dass es hier immer irgendwo dicht ist.“ Bei dem schönem Wetter macht er das Beste aus dem Halt auf dem Parkplatz und scherzt mit seiner Freundin Henrike Vogt (28) und seinem Freund Hendrik Krause (28), der mit einem schwarzen Golf, Baujahr 1982, das gleiche Ziel hat wie er.

Auch Jan Dittmer (44) aus Amelinghausen bei Lüneburg kann den kurzen Stop genießen, er trinkt ein Bier. „Da ich nicht fahren muss“, erklärt er fröhlich. „Das macht meine Bekannte.“ Die beiden wollen nach Warnemünde, um dort das Wochenende zu verbringen.

Am besten dran seien Motorradfahrer, findet Jürgen Strutz (53) aus Braunschweig. Er fährt eine Harley-Davidson Heritage 1700. „Damit komme ich eigentlich überall immer gut durch.“ Er ist zuversichtlich, nachmittags in Fehmarn auf dem Campingplatz zu sein.

Und auch Gerhard Wegener (58) aus Oststeinbek lässt sich durch die Baustellen nicht aus der Ruhe bringen. Mit seiner Frau und Tochter Josephine (7) will er das Wochenende an der Ostsee verbringen.

Nur Josephine gefällt das Warten gar nicht. „Stau ist blöd“, stellt sie klar.

 Marcus Stöcklin

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