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11:47 08.03.2018
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Lübeck

„Es geht mir im Beruf nicht darum, besonders viel Geld zu verdienen“, sagt der 26-Jährige. „Ich möchte etwas Nützliches tun. Und das kann ich hier machen.“ Ursprünglich kam Fischer aus dem Sauerland in den Norden, um Industriekaufmann zu lernen. Doch schon bald merkte er, dass er lieber etwas Soziales machen wollte.

Wenn er in der Frühschicht arbeitet, beginnt der Tag für Tim Fischer um 6.30 Uhr. Für die nächsten gut acht Stunden versorgt der Krankenpfleger dann Patienten, die in die Notaufnahme eingeliefert werden. Ein harter Job, klar, aber einer, den er nicht aufgeben möchte.

Er absolvierte also ein Pflegepraktikum in den Lübecker Sana-Kliniken – und seine Entscheidung stand fest. Er wollte sich zum Gesundheits- und Krankenpfleger ausbilden lassen. Im Herbst 2014 fing er an, und nach drei Jahren büffeln und arbeiten hatte er sein Examen in der Tasche.

Nach der Ausbildung wurde Fischer gleich übernommen, weil Fachkräfte in der Pflege händeringend gesucht werden. Seit August 2017 arbeitet er in der Zentralen Notaufnahme der Sana-Klinik in Lübeck.

„Ich konnte entspannt ins Examen gehen, weil ich wusste, dass ich eine Stelle bekommen werde“, sagt der Pfleger.

Gute Übernahmechancen in der Pflege

Sabine Rode ist die Leiterin der Gesundheits- und Pflegeschule der Lübecker Sana-Kliniken. „Derzeit gibt es hervorragende Übernahmechancen“, sagt sie. „Wer möchte, kann nach der Ausbildung bei uns bleiben.“ Sie weiß um die Schwierigkeiten der Branche, Fachkräfte zu finden. „Zum Glück haben wir keine Probleme, unsere Ausbildungsplätze zu besetzen.“ Insgesamt 90 gibt es bei den Sana-Kliniken in Lübeck, 30 pro Jahrgang. Für den Herbst sind alle Plätze bereits vergeben. Rode: „Das ist nicht selbstverständlich in der Pflege.“

Janina Dahncke (27) und Nicole Materi (22) sitzen in den Räumen der Gesundheits- und Pflegeschule. Während Tim Fischer schon im Berufsalltag angekommen ist, stecken die beiden Lübeckerinnen mitten in ihrer Ausbildung. Die ist im Blocksystem organisiert: sechs Wochen Praxis im Krankenhaus, sechs Wochen Theorie in der Schule, immer im Wechsel. „Das ist sehr angenehm und macht die Ausbildung nicht so eintönig“, sagt Nicole Materi. In der Pflegeschule werden die Lerninhalte durch vier Dozenten und mehrere Gastdozenten in Lernfeldern vermittelt, nicht in klassischen Fächern, wie man sie aus der Schulzeit kennt. „Bewegen und bewegt werden“ heißt zum Beispiel eines der Felder. Dort lernen die Schüler nicht nur Anatomie, sondern auch, was man in der Pflege beachten muss, welche Medikamente wie wirken und wann Patienten fixiert werden dürfen.

Ein abwechslungsreicher Alltag

„Die Inhalte sind anspruchsvoll, man muss was für die Ausbildung tun“, sagt Janina Dahncke. Die 27-Jährige ist dreifache Mutter und freut sich, dass sie bei der Ausbildung Familie und Traumberuf unter einen Hut bekommen kann. „Ich könnte nicht den ganzen Tag im Büro sitzen und Akten sortieren“, sagt sie. „Ich würde nach Hause gehen und mich unausgelastet fühlen.“ Jetzt geht sie nach Hause und denkt: „Ich bin zufrieden.“

Für Nicole Materi ist der Job als Krankenpflegerin „ein dankbarer Beruf. Ich bekomme sehr viel von den Patienten zurück“, sagt die 22-Jährige. Sie habe sich schon immer für Medizin interessiert, erklärt sie. „ Und ich bin ein aktiver Mensch. Ich kann mir nicht vorstellen, den ganzen Tag im Büro zu hocken. Da ist der Beruf also gerade richtig.“

Auch Tim Fischer arbeitet gerne in seinem Beruf. „Ich weiß in der Notaufnahme nicht, was in den nächsten zehn Minuten passieren wird“, erklärt er. „Das macht den Job spannend.“ Oft würden Patienten mit einer Verdachtsdiagnose eingeliefert. Ärzte und Pfleger müssen dann auf die Suche nach den Ursachen gehen. „Das ist wie Detektivarbeit.“ Den Fachkräftemangel sieht er hingegen kritisch: „Es ist sehr wichtig, dass immer genug Kollegen da sind. Dass man seinen Job so machen kann, wie es für die Patienten am besten ist.“

Trotzdem, die drei Krankenpfleger sind sich einig: In der Ausbildung reift man als Persönlichkeit. „Der Beruf ist sehr vielseitig“, sagt Janina Dahncke. „Ich wachse mit meinen Aufgaben.“ Und Nicole Materi ergänzt: „In diesem Job lerne ich sehr viel – auch fürs Leben.“

 Von Jan Dresing

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