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In DaZ-Klasse fliegen die Fetzen

Neumünster In DaZ-Klasse fliegen die Fetzen

Beleidigungen, Diebstahl, Schlägereien: Lehrer beklagen Zustände in Brandbrief.

Neumünster/Kiel. Zoff in der Neumünsteraner Helene-Lange-Schule, Schüler kommen nicht zum Unterricht, Eltern gehen auf dem Schulhof aufeinander los, Lehrer werden bestohlen und beleidigt: Nachdem mehrere Lehrer in einem Brandbrief solche für sie unhaltbaren Zustände beschrieben haben, waren sie gestern Thema im Bildungsausschuss des Landtags.

 

LN-Bild

Staatssekretär Dirk Loßack.

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Weil die alte Regionalschule ausläuft und ihre Oberklassen abgibt, wurden in der Schule zahlreiche DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) untergebracht. Vor allem mit einigen Schülern und Eltern aus Rumänien und Bulgarien, die nach dem EU-Beitritt der Länder nach Neumünster kamen, gebe es Probleme, heißt es in der Lokalzeitung. „Das SPD-Bildungsministerium muss endlich handeln“, empörte sich der CDU-Landtagsabgeordnete Volker Dornquast.

Gestern im Ausschuss gab SPD- Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack zu, dass es an der Schule „eine angespannte Situation“ wegen „abweichenden Verhaltens“ gebe. So sei nach Angaben des Schulrats vor Ort zwar weniger Gewalt gegen Lehrer ein Problem, sehr wohl aber das Schuleschwänzen, die Verweigerung der Hausaufgabenerledigung und „verbale Entgleisungen“, wobei das von Eltern und Vätern eher mitgetragen als problematisiert werde“. Zudem bestünden „erhebliche Konflikte zwischen Familien, die teilweise im schulischen Umfeld ausgetragen würden“. Man habe aber bereits gegengesteuert. Die DaZ- Klassen in Neumünster würden jetzt auf mehrere Schulen verteilt, auch auf die Gymnasien. Dem Schulamt Neumünster seien zusätzliche 6,25 Planstellen für DaZ zugewiesen worden. Seit Januar gebe es an der Helene-Lange zudem bereits zwei Sprachlotsen für rumänisch. Und es gebe einen regelmäßigen Runden Tisch, an dem auch Stadt und Polizei beteiligt seien. Kurzfristig solle auch ein Bildungsberater für Sinti und Roma eingesetzt werden.

Die Lehrergewerkschaft GEW fordert, Schulen in sozialen Brennpunkten generell mehr Lehrer für kleinere Klassen zuzuweisen. Es müssten zudem mehr Dolmetscher zur Verfügung stehen, sagt GEW-Geschäftsführer Bernd Schauer. Dann könnten Konflikte meist schon im Keim erkannt und geklärt werden. CDU und FDP warfen der Landesregierung vor, das Problem vertuschen zu wollen. So habe das Bildungsministerium noch Anfang Januar auf eine Anfrage bestritten, dass es solche Vorfälle im Land gebe. Es sei nach Gewalttaten gegen Lehrer gefragt worden, verteidigte Loßack sich. Die habe es tatsächlich nicht gegeben.wh

LN

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