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Norddeutschland Internationaler Drogenring gesprengt - Schmuggel auf Segeljachten
Nachrichten Norddeutschland Internationaler Drogenring gesprengt - Schmuggel auf Segeljachten
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06:06 02.11.2012
In mehreren Bundesländern gab es Cannabisplantagen. Quelle: Polizei Lübeck/Archiv
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Lübeck

Auf Segeljachten brachten die Schmuggler die Drogen zunächst ans Mittelmeer und später nach Deutschland: Lübecker Ermittler haben einen internationalen Drogenring gesprengt. 19 Verdächtige sollen für viele Millionen Euro Kokain aus Südamerika und Haschisch aus Marokko zunächst nach Spanien und Portugal und dann nach Deutschland transportiert haben, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch in Lübeck erklärte. Bereits vor drei Monaten beschlagnahmten Fahnder in Portugal rund 178 Kilo Kokain im Wert von etwa neun Million Euro.

Die Beschuldigten sollen außerdem sieben Cannabisplantagen in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein - unter anderem auf der Ostseeinsel Fehmarn - betrieben haben. „In ihnen waren circa 2000 Pflanzen in der Aufzucht“, hieß es.

Am Dienstag hatten rund 350 Zoll- und Polizeibeamte Wohn- und Geschäftshäuser, Garagen, Lagerräume und Schiffe durchsucht. Insgesamt überprüften sie 40 Objekte in vier Bundesländern - außer in den drei Nord-Ländern auch in Bayern. Dort hat einer der Beschuldigten eine Wohnung.

Bei den Razzien entdeckten die Beamten Drogen, ein Gewehr, eine Faustfeuerwaffe sowie mehrere Schlag- und Stichwaffen. Außerdem beschlagnahmten sie Bargeld und ein Schiff, wie der Sprecher berichtete - insgesamt Werte in fünfstelliger Höhe. Bei den Staatsanwaltschaften in Lübeck, Schwerin und Hamburg laufen Ermittlungen wegen des Cannabis-Anbaus. Zwei der 19 Verdächtigen kamen in Untersuchungshaft. Zwei weitere Beschuldigte sollten dem Haftrichter vorgeführt werden, sagte der Polizeisprecher.

Der Ausgangspunkt der Ermittlungen war auf der Insel Fehmarn: Dort betrieb ein 54-Jähriger ein kleines Transportunternehmen auf der Strecke Deutschland-Spanien, das er auch zum Handel mit Marihuana genutzt haben soll. Im September waren bei ihm mehr als zwei Kilo Marihuana sichergestellt worden.

Der Geschäftsmann hatte Kontakt zu zwei Männern in Hamburg - diese brachten die Ermittler wiederum auf die Spur eines Mannes aus Oststeinbek, der in Spanien lebt. Er war mit Segeljachten auf den Weltmeeren unterwegs, hieß es. Nach seiner Ankunft in Portugal schlugen die Beamten zu: Sie nahmen ihn und drei weitere Männer fest, die gerade dabei waren, die rund 178 Kilo Kokain von dem Boot in ein Hotel auf dem portugiesischen Festland zu bringen. Beteiligt waren Ermittlungsbehörden in Spanien und Portugal sowie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden.

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