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Norddeutschland „Ehrenamt ist ein Fundament unserer Gesellschaft“
Nachrichten Norddeutschland „Ehrenamt ist ein Fundament unserer Gesellschaft“
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17:57 10.02.2019
Welche Rolle spielt das Ehrenamt in Deutschland? Es ist ein Fundament unserer Gesellschaft, sagt Dörte Peters (56). Quelle: dpa
Kiel

Zur Rolle des Ehrenamts sprachen wir mit Dörte Peters (56), Referentin für die Bürgergesellschaft im Sozialministerium.

Das Wort Bürgergesellschaft deutet an, dass Bürger Verantwortung übernehmen, ehrenamtlich. Wie weit geht das?

Das Ehrenamt ist ein Fundament unserer Gesellschaft. Ich als Bürgerin will nicht, dass alles staatlich organisiert ist. Viele Entwicklungen gehen aus dem Ehrenamt hervor, so die Umweltbewegung oder jüngst die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe.

Aber die ist doch politisch?

Die Grenze ist fließend. Wenn Bürger sich hinstellen und etwas organisieren, einen Verein gründen, ist das Ehrenamt. Ehrenamt ist alles, was man unentgeltlich für das Gemeinwohl tut. Heute auch das digitale Ehrenamt. Ohne Ehrenamt ist unsere Gesellschaft überhaupt nicht zu denken. Im Sport, bei der Arbeit mit Behinderten, im Naturschutz. In allen Bereiche des öffentlichen Lebens.

Es gehört viel Idealismus dazu.

Ja, damit es so bleibt, wollen wir natürlich auch, dass es Spaß macht, dass man Bestätigung findet. Die Landesinitiative Bürgergesellschaft dient dem Austausch über gesetzliche Rahmenbedingungen und von Informationen. Es gibt die Ehrenamtskarte, über die bekommt man Vergünstigungen. Zehn Prozent Ermäßigung etwa beim Besuch der Landesmuseen, aber auch viele private Händler machen da mit. Das finde ich schön, denn Ehrenamt ist etwas, das zu 80 Prozent vor Ort passiert und wertgeschätzt wird.

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Trotzdem gibt es in vielen Bereichen, wie im Katastrophenschutz, zu wenig Ehrenamtler. Muss der Staat da ein bisschen nachhelfen?

Ich stehe für das freiwillige Ehrenamt. Sie haben Recht, das ist ein Spannungsfeld. Bisher ist es aber immer gelungen, Menschen zu überzeugen, sich zu engagieren. Beim THW ist für viele die Technik spannend und die Möglichkeit, mal einen Auslandseinsatz zu machen. Wenn die Leute wegbleiben, liegt das oft nicht daran, dass junge Leute nicht wollen. Manchmal ist ein Verein auch überaltert und hat Probleme hat, Jüngere zu integrieren.

Die Feuerwehr hat es geschafft, ihre Mitgliederzahlen zu steigern.

Ja, indem sie sich neue Mitgliedsgruppen erschlossen hat. Frauen, Migranten, Menschen mit einer Benachteiligung. Wir als Land können da helfen, wir sind bemüht, Strukturen und Netzwerke aufzubauen. Auch hilft es, wenn es hauptamtliche Leute gibt, die die Ehrenamtler unterstützen. Ehrenamt braucht auch Hauptamt.

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Das Technische Hilfswerk braucht Nachwuchs. Denn: Katastrophenschützer werden dringend gebraucht. Ein Besuch beim Ortsverband in Lauenburg.

Marcus Stöcklin

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