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20:43 03.11.2017
Rendsburg

Fast sechs Millionen europäische Juden haben die Nazis umgebracht, zu den wenigen Überlebenden gehörte Wally Gortatowski (1910- 1979) aus Rendsburg. Ihr Verlobter und späterer Ehemann Erich Mahrt (1910-1988), ebenfalls aus Rendsburg, versteckte sie seit dem 1. Dezember 1942 – dem Tag, an dem Wally den Deportationsbescheid nach Auschwitz für den 9. Dezember erhielt. Zu diesem Zweck hatte er vorsorglich bereits im Juni 1942 ein Gartenhäuschen in der Laubenkolonie „Gemütlicher Hase“ in Berlin-Hohenschönhausen angemietet.

Jetzt hat die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Erich Mahrt zum „Gerechten unter den Völkern“ erklärt – ein Ehrentitel für nichtjüdische Menschen, die ihr Leben riskierten, um Juden zu retten. Weltweit sind es bisher etwa 26 000 Menschen aus mehr als 50 Ländern. Einer der berühmtesten „Gerechten“ dürfte der aus dem Sudetenland stammende Unternehmer Oskar Schindler sein, der mit seiner Frau 1200 bei ihm angestellte jüdische Zwangsarbeiter rettete. 600 Männer und Frauen aus Deutschland wurden schon als „Gerechte“ geehrt. Erich Mahrt ist aber der erste gebürtige Schleswig-Holsteiner, der diese Anerkennung erhält – posthum, denn Mahrt starb 1988.

„Es dürfte eine außergewöhnliche Liebesgeschichte gewesen sein“, sagte die frühere Museumsleiterin Frauke Dettmer gestern in Rendsburg über die Beweggründe und den Mut Mahrts. Dettmer hatte bereits 2006 den Antrag, Mahrt als „Gerechten“ zu ehren, in Yad Vashem gestellt. Dass es so lange dauerte, dafür hat der heutige Museumschef Carsten Fleischhauer eine einfache Erklärung: „Yad Vashem prüft sehr gründlich, die Fakten müssen stimmen. Insofern ist es auch eine Anerkennung unserer Archiv- und Forschungsarbeit.“

LN

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